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Manöver Südkorea Grösste Luftwaffenübung auf koreanischer Halbinsel

Am Sonntag noch drohte Nordkorea: Unbeeindruckt davon begannen die USA und Südkorea ihr gemeinsames Luftwaffenmanöver.

Legende: Video USA und Südkorea starten Grossmanöver abspielen. Laufzeit 0:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.12.2017.

Eine Woche nach dem Test einer nordkoreanischen Interkontinentalrakete haben Südkorea und die USA ihre bislang grössten gemeinsamen Luftmanöver begonnen. An den fünftägigen Übungen beteiligen sich rund 12'000 Soldaten und 230 Militärflugzeuge.

Das Manöver mit dem Titel «Vigilant Ace» (wachsames Ass) soll die Einsatzbereitschaft der beiden Länder auf der koreanischen Halbinsel stärken. Neben F-35-Tarnkappen-Jets der USA sollen bei der Übung laut bisher unbestätigten südkoreanischen Medienberichten auch US-Langstreckenbomber des Typs B-1B teilnehmen.

Ganzes Festland der USA sei angreifbar

Nordkorea hat die Manöver als Provokation bezeichnet. Vor wenigen Tage hatte das Land eine weitere Interkontinentalrakete gestartet. Der Test war international scharf kritisiert worden. Das diplomatisch isolierte Land erklärte kurz danach, es könne jetzt das gesamte Festland der USA mit Atomsprengköpfen angreifen.

Das nordkoreanische Komitee für die Friedliche Wiedervereinigung des Landes warf den USA und Südkorea am Sonntag vor, mit dem gemeinsamen Luftmanöver Nordkorea «komplett zerstören» zu wollen. Nordkoreas Aussenministerium hatte am Samstag die US-Regierung beschuldigt, «um einen Atomkrieg zu betteln».

Pjöngjang wirft den USA regelmässig vor, durch ihre Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder bestreiten.

China äussert Bedauern

Auf die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Nordkorea und den USA hat auch China reagiert. Es sei bedauerlich, dass die Spannungen nach einer vergleichsweise ruhigen Phase zuletzt wieder zugenommen hätten, hiess es aus Peking.

Man sei offen für verschiedene Strategien, um den Streit über Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm zu lösen. Aber alle Beteiligten sollten sich abstimmen, forderte der chinesische Aussenminister Wang Yi.

Abzug von US-Familien aus Südkorea gefordert

Der republikanische US-Senator Lindsey Graham hat den Abzug von Familienangehörigen des amerikanischen Militärs aus Südkorea gefordert. «Angesichts der Provokationen Nordkoreas ist es verrückt, Kinder und Ehefrauen nach Südkorea zu schicken», fügte Graham im Fernsehsender CBS am Sonntag hinzu. Seiner Einschätzung nach steigt nach den jüngsten nordkoreanischen Raketentests die Gefahr eines militärischen Konflikts zwischen den USA und Nordkorea.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Wuestner: Moskau wie auch Peking wollen den US-Einfluss in Asien zurückdrängen und selber eine Vorherrschaft in der Region ausbauen. Da ist diese Provokationspolitik von Kim eine nützliche Variante den USA "ans Bein zu pinkeln". Sollte Kim sich aber auch noch gegen Moskau oder Peking wenden wollen,wuerde er gewissermassen ueber Nacht in einer Blitzaktion abserviert und radikal eliminiert. Davon kann man fix ausgehen. Es geht also um geopolitische Interessen und Kim ist da ein nützlicher Idiot.
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Haben Sie für Ihre Spekulationen auch Grundlagen? Tatsache ist, dass die USA die alleinige Weltherrschaft wollen (Aussagen Clintons, Biden, Obama, Neocons, Wolfowitz-Doktrin usw.). Tatsache ist weiter, dass weder Peking noch Moskau sich als Vasallen der USA verstehen. Dies ist der Ausgangspunkt der Spannungen. Die USA müssen ihren Wahn der alleinigen Weltherrschaft endlich ablegen. Sie würden auch keinen solchen Einfluss auf dem am. Kontinent dulden wie sie ihn für sich in Asien beanspruchen.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Also gemäss russischem Ausenminister Lawrow hätten die USA NK zugesagt, mit Militärübungen bis im Frühjahr zuzuwarten, sofern NK ruhig bleibe. Diese Zusage hätten sie mit Ankündigungen grosser Übungen schon Ende 2017 gebrochen. Erst darauf hat NK wieder Raketentests durchgeführt. Demnach wären also die USA die Provokateure und nicht NK. Was stimmt? Welcher Quelle kann man vertrauen? Wer ist eher auf Krieg aus, NK oder die USA? Da stellt sich die Frage, ob Kim suizidal ist.
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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Das Theater um Kim-Jong-Un ist vorgeschoben, da dieser seine Waffen nur in einem Verzweiflungsakt gegen die USA abfeuert. Aber seine A-Sprengköpfe liefern einen prima Vorwand für die USA, ihre Militärpräsenz im strategisch günstig gelegenen Südkorea unbegrenzt weiter auszubauen um damit sowohl Russland, wie auch China zu bedrohen, ohne dass dies offensichtlich nachgewiesen werden kann.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Da wird es keinen Krieg geben, solange Kim nur provoziert und damit die Medien mit seiner Propaganda bedient. Dummerweise sind die dümmlichen Reaktion auf Kim aus dem Weissen Haus auch nicht besser. Aber einen Krieg wird es nicht geben, da Kim mit seinem Regime selber ja auch noch überleben will.
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    2. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      @ H. Haller: Saddam, Gaddafi und Assad haben auch niemand angegriffen und wurden trotzdem von den USA angegriffen und bis auf Assad, eliminiert. Kim hat das wohl auch mitbekommen, dass er, auch wenn er nicht provoziert, gefährlich lebt.
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