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International Marsch auf Mossul kommt voran

Iraks Sicherheitskräfte setzen ihre Offensive auf die IS-Hochburg Mossul fort. Sie rückten in einer grossangelegten Operation aus drei Richtungen auf die Stadt vor. Ziel ist, strategisch wichtiges Gebiet unter ihre Kontrolle zu bringen und die Bewegungsfreiheit des IS einzuschränken.

Legende: Video Der Vormarsch auf Mossul abspielen. Laufzeit 1:27 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.10.2016.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit Montag stossen irakische Truppen, Peschmerga-Einheiten und schiitische Milizen gegen Mossul vor. Unterstützt werden sie von der US-Luftwaffe
  • Laut irakischer Armee geht dies schneller als erwartet
  • Laut US-Armee haben mehrere IS-Anführer Mossul verlassen
  • Bei einem Aussenministertreffen von 20 Ländern werden bereits Strategien für die zweitgrösste Stadt im Irak entwickelt

Die irakische Armee rückt nach Angaben der Regierung «schneller auf Mossul vor als erwartet und geplant», wie Regierungschef Haider al-Abadi zur Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sagt.

Am Montag hatten irakische Militärverbände und ihre Verbündeten eine Grossoffensive gegen den IS in Mossul gestartet. Al-Abadi äusserte sich per Videobotschaft während einer internationalen Konferenz zur Zukunft Mossuls in Paris.

Hollande warnt: IS-Kämpfer könnten nach Rakka flüchten

Zum Aussenministertreffen von rund 20 Ländern haben Frankreich und der Irak eingeladen. Sie wollen eine Strategie für die zweitgrösste irakische Stadt entwickeln, die der IS seit dem Sommer 2014 besetzt hält. Am Treffen beteiligen sich die USA, die Türkei, die Golfstaaten und eine Reihe von EU-Ländern. Auch der Iran nimmt teil.

Der französische Präsident François Hollande warnte, die IS-Extremisten könnten aus Mossul in die syrische Stadt Rakka fliehen, die ebenfalls eine Bastion der Dschihadisten ist. Terroristen dürften nicht an andere Orte gelangen und von dort aus ihre Aktionen weiterführen.

Hollande sagte mit Blick auf die Schlacht von Mossul: «Auf militärischer Ebene wird sie lang sein.» Die Zivilbevölkerung müsse geschützt werden. «Alles wird getan, um den Bewohnern der Ebene von Ninive die notwendige humanitäre Hilfe zu bringen», sagte der Staatschef.

IS-Anführer geflohen

Die US-Armee hatte am Mittwoch erklärt, seit Beginn der Offensive seien mehrere IS-Anführer aus Mossul geflohen. An der Seite der irakischen Armee kämpfen kurdische Peschmerga-Einheiten und schiitische Milizen. Unterstützt werden sie durch Luftangriffe der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition.

Die Einheiten rückten in einer grossangelegten Operation aus drei Richtungen auf die Stadt vor und hätten mehrere Dörfer eingenommen, hiess es am Donnerstag seitens der irakischen Armee und der kurdischen Peschmerga-Kämpfer. Das Oberkommando der Peschmerga in Erbil erklärte, Ziel sei es, strategisch wichtiges Gebiet unter Kontrolle zu bringen und die Bewegungsfreiheit des IS einzuschränken.

Der staatliche TV-Sender Al-Iraqiya berichtete, Anti-Terror-Kräfte der Armee rückten auch auf den Ort Bartella östlich von Mossul vor. Dieser war vor der Eroberung durch die Terrormiliz im August 2014 vor allem von Christen bewohnt worden. Ein Reporter des Nachrichtensenders Al-Arabija berichtete aus dem Kampfgebiet, Bartella solle noch am Donnerstag eingenommen werden.

Die Gebietsverluste des IS

Die Gebietsverluste des IS

Sehen Sie hier, wieviel Territorium die Terrormiliz eingebüsst hat.

3 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Den Menschen in Mossul oder Aleppo kommts nicht drauf an, wer bombardiert, ob West oder Ost. Es ist eine Kathastrophe. Die Anführer der Terroristen werden wohl ebenso freies Geleit erhalten wie in Falludscha.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Unter dem Schutz von grossem Getöse werden in der Region Mossul Kader und Berater des IS evakuiert. Dann erfolgt mit inszenierten Bildern/Videos in gewohnter Weise die "Befreiung" Mossuls. Mit chirurgischen Bomben werden nur die Bösen und ihre Stellungen getroffen. Wenn trotzdem Zivilisten Opfer werden, ist das natürlich für das Gute und ihre ach so tollen Werte. Man ist immer wieder erstaunt, das Medien so einen Unsinn weiterhin ungefiltert zum Besten geben.
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Ein Ex-US-Militäranalist, der im Kosovokrieg für die Information des Generalstabes tätig war sagte, damals lag man nächsten bei der Wahrheit, wenn man genau das Gegenteil annahm, was in den Zeitungen stand. Das dürfte heute nicht anders sein.
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