Nigeria: Mädchen töten bei Selbstmordanschlag über 60 Menschen

In einem Flüchtlingslager im Norden des Landes haben zwei Mädchen bei einem Doppelanschlag sich selbst und über 60 weitere Menschen getötet. Viele Menschen in Nigeria flüchten vor der Terror-Organisation Boko Haram. Ob die Mädchen in deren Auftrag handelten, ist unklar.

Eine Frau in einem nigerianischen Flüchtlingscamp sitzt auf dem Fussboden und stillt ihr Kind. (reuters)

Bildlegende: In Nigeria sind bis zu zweieinhalb Millionen Menschen vor der Terror-Miliz Boko Haram auf der Flucht. Reuters

Bei einem Doppel-Selbstmordanschlag haben zwei Mädchen in einem Flüchtlingslager im Nordosten Nigerias mindestens 65 Menschen ermordet. Nach Angaben von Mitarbeitern von Hilfsorganisationen war das Ziel der Attacken ein Lager für etwa 50'000 nigerianische Flüchtlinge in Dikwa im Bundesstaat Maiduguri. Mindestens 78 Menschen seien verletzt worden.

Die verschleierten Mädchen hätten sich als Flüchtlinge ausgegeben, um Zugang zum Lager zu erhalten, sagte ein Mitarbeiter der Behörde für Krisenmanagement. Die Täterinnen hätten ihre Sprengstoffgürtel gezündet als Hunderte Menschen an der Essensausgabe Schlange standen.

Tausende Tote seit 2009

Dikwa ist etwa 90 Kilometer von der Grossstadt Maiduguri entfernt – die Menschen sind dort, weil sie vor der Terrormiliz Boko Haram auf der Flucht sind. Boko Haram terrorisiert seit Jahren Teile des westafrikanischen Landes. Die Islamisten wollen dort einen sogenannten Gottesstaat errichten, mit strengster Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia.

Boko Haram hat in Nigeria seit 2009 bei Anschlägen und Angriffen bis zu 20'000 Menschen getötet. Bis zu zweieinhalb Millionen Menschen sollen im eigenen Land vor den Terroristen auf der Flucht sein.