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International Paris gedenkt der Terroropfer des letzten Jahres

In Paris hat Staatspräsident François Hollande gemeinsam mit Stadtpräsidentin Anne Hidalgo eine Gedenktafel enthüllt. Damit wird der 146 Menschen gedacht, die letztes Jahr durch Terrorakte starben.

Mit einer Gedenkfeier auf der Pariser Place de la République hat Frankreich der Opfer der islamistischen Anschläge des vergangenen Jahres gedacht. Bei der Zeremonie enthüllte Präsident François Hollande am Fuss einer neu gepflanzten Eiche eine Gedenktafel.

«In Erinnerung an die Opfer der terroristischen Anschläge von Januar und November 2015 in Paris, Montrouge und Saint-Denis», heisst es auf der Tafel, die Hollande zusammen mit der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo einweihte.

Legende: Video Paris gedenkt der Terroropfer abspielen. Laufzeit 1:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.01.2016.

Bei der Anschlagsserie im Januar waren 17 Menschen getötet worden, zwölf von ihnen beim Angriff auf die französische Satirezeitung «Charlie Hebdo». Am 13. November verübten mehrere Attentäter in Paris eine Serie von Anschlägen und töteten 130 Menschen.

Der Platz, auf dem vor einem Jahr hunderttausende Menschen der Anschlagsopfer gedacht hatten, war nur teilweise gefüllt. Neben Angehörigen der Opfer nahmen auch Premierminister Manuel Valls und weitere hohe Politiker an der Veranstaltung teil.

«Wer Paris angreift, greift die ganze Menschheit an»

Der Rockmusiker Johnny Hallyday sang das Lied «Un dimanche de janvier» in Erinnerung an die Kundgebung vor einem Jahr. Der Chor der französischen Armee trug das Liebeslied «Le temps des cérises» («Die Zeit der Kirschen») vor und schmetterte die Marseillaise.

Ausserdem wurde eine Ansprache des Schriftstellers Victor Hugo vorgetragen, die er 1870 bei seiner Rückkehr aus dem Exil und vor dem Hintergrund des Deutsch-Französischen Krieges gehalten hatte. «Wer Paris angreift, greift die ganze Menschheit an», heisst es darin.

Woche im Zeichen des Gedenkens

Mit der Zeremonie ging in Paris eine Woche im Zeichen des Gedenkens zu Ende. In Erinnerung an die Opfer wurden in den vergangenen Tagen eine Reihe von Gedenktafeln an den Anschlagsorten eingeweiht.

Zuletzt gab es am Samstagnachmittag eine Gedenkfeier vor dem jüdischen Supermarkt, in dem der islamistische Attentäter Amédy Coulibaly am 9. Januar 2015 vier Juden getötet hatte. «Ohne die französischen Juden wäre Frankreich nicht Frankreich», sagte Premierminister Valls bei der Zeremonie im Osten von Paris, die nach dem Ende des Sabbats stattfand.

Am Samstagvormittag hatte Hollande im Pariser Vorort Montrouge eine Gedenkplatte eingeweiht zur Erinnerung an die junge Polizistin Clarissa Jean-Philippe, die dort am 8. Januar 2015 von Coulibaly erschossen worden war – einen Tag vor dem Angriff auf den Supermarkt. Coulibaly war mit Chérif und Said Kouachi bekannt, die am 7. Januar die Satirezeitung «Charlie Hebdo» gestürmt und dort zwölf Menschen getötet hatten.

Um einen «Islam der Verständigung» zu verteidigen, öffneten hunderte Moscheen ihre Türen für Besucher. Mit der Initiative wollte der Zentralrat der Muslime «den nationalen Zusammenhalt» stärken und über die «wirklichen Werte des Islam» aufklären. Auch Hollande besuchte die Grosse Moschee von Paris.

Angreifer in Deutschland

Derweil wurde bekannt, dass ein Mann, der am Donnerstag beim Angriff auf eine Pariser Polizeiwache getötet worden war, auf dem Gelände einer Asylbewerberunterkunft in Deutschland lebte. Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt erklärte, die Unterkunft in Recklinghausen sei durchsucht worden. Mehr...

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Seit dem Anschlag durch den Islamisten Merah ist die Rate an antisemitischen Übergriffen in F um 40 % gestiegen, ausschliesslich handelt es sich um muslimische Täter. Polizisten vor Schulen etc. zu stellen reicht hier nicht mehr aus. Man muss das Problem an der Wurzel packen und das heisst: eine offene Diskussion führen, wieso in weiten Kreisen der muslimischen Welt der Antisemitismus salonfähig ist.
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  • Kommentar von Nikolas Wirz (Libertär)
    Es ist schon ein ganzes Jahr vergangen seit den schrecklichen Terrorattacken auf Charlie Hebdo und trotzdem wird das Grundrecht auf Freiheit der Meinungsäusserung in Europa immernoch mit Füssen getreten. Es darft nicht sein, das bei uns z.B. Hassrede oder Rassismus immernoch eine Straftat ist. Denn es besteht kein Unterschied zwischen Terroristen, welche Leute töten, weil diese ihren Propheten "beleidigt" haben, oder einem Staat, der Leute inhaftiert, da sich diese "beleidigend" geäussert haben.
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  • Kommentar von Martin Ulrich (Martin Ulrich)
    besteht Ihre Aufgabe als Zensor eigentlich darin, bestimmte Meinungen zu zensieren? Nein, ich dachte bisher, es gehe eher um Beleidigungen und Rassismus, die ein Forums-Moderator löschen muss, und nicht um Gedankenpolizei. Ich habe über das Thema Gebr. Koauchi ein Buch gelesen von Gerhard Wisnewski, alles nur an den Haaren herbeigezogen?
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