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International Pegida-Ableger zieht in Leipzig nicht wirklich

Nach der Absage ihres Grossaufmarsches vergangenen Montag in Dresden versuchte Pegida am Mittwochabend eine umso grössere Demonstration in Leipzig aufzuziehen. Dies gelang nicht. Die Gegendemonstration war wesentlich grösser. Vor allem aber verlor Pegida gleichzeitig seinen Kopf.

Polizei trennt zwei Demonstrationen räumlich ab.
Legende: Mit einem Grossaufgebot der Polizei wurden die verschiedenen Demonstranten getrennt gehalten. Keystone

Pegida Leipzig brachte es immerhin auf deutlich über 10'000 Demonstrierende. Ungefähr das doppelt so viele, über 20'000 Menschen, demonstrierten gegen Pegida und gegen den Ausländerhass. Am Schluss der Aufmärsche kam es trotz der Anwesenheit von 4000 Polizisten zu Ausschreitungen.

Pegida Leipzig gilt als deutlich radikalere Gruppe als ihr Pendant in Dresden. Bisher waren in Leipzig bei Pegida-Demonstrationen vor allem Neonazis und Hooligans in Erscheinung getreten. Die hatten gehofft, aus der Wut über die Absage der Demonstration am Montag in Dresden Kapital schlagen zu können und rechneten mit 40'000 bis 60'000 Teilnehmern. Dazu ist es klar nicht gekommen.

Köpferollen im Vorstand

Während in Leipzig demonstriert wurde, musste in Dresden der führende Kopf der Organisation abtreten. Lutz Bachmann trat aus dem Pegidavorstand zurück, nachdem bekannt wurde, dass er Asylsuchende als «Dreckspack» und «Viehzeug» bezeichnet hatte. Bachmann hatte zuvor immer behauptet, er habe nichts gegen Ausländer, er plädiere nur für eine vernünftige Einwanderungspolitik. Mit dem Bekanntwerden seiner Facebookeinträge bestätigte sich die These, wonach dieser Initiant von Pegida nicht nur Kontakte zu Rechtsradikalen gepflegt hat, sondern offensichtlich auch deren Sprache und Gedankengut teilt.

Legida will nicht unterschreiben

Der Rest des Pegidavorstandes bemüht sich nun um Schadensbegrenzung. Pegida Dresden überlegt jetzt gerichtlich gegen Pegida Leipzig vorzugehen, weil die dortige Gruppierung zwar mit «Legida» den Namen übernommen hat, sich aber weigert, das Programm von Pegida zu unterschreiben. Den Leipzigern ist dieses Manifest gegen die angebliche «Islamisierung des Abendlandes» zu wenig radikal.

All dies geschah am Tag, an dem die Bundesregierung die neuesten Einwanderungszahlen auf den Tisch gelegt hat. Fazit: es kamen mehr als im Vorjahr, aber längst nicht so viele wie Deutschland braucht, um sein Defizit an Fachkräften wettzumachen. Und die allermeisten kommen nicht aus dem muslimischen Morgenland, sondern aus dem christlichen Polen, Rumänien und Italien. Ein Kommentator meinte angesichts dieser Zahlen, Deutschland drohe – wenn überhaupt etwas – dann eine Christianisierung.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Uli Knecht, Zweisimmen
    Pegida hat nichts mit den Nazis zu tun, genau so wie die Terror-Islamisten nichts mit dem Islam zu tun haben. Bitte etwas differenzierter betrachten das Ganze.
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  • Kommentar von Andreas Remark, D - Überlingen
    Bemerkenswert, wie kleinlaut, besser gesagt, wie sprachlos jetzt plötzlich all die üblichen Verdächtigen sind, die in den letzten Wochen und Monaten nicht müde wurden, hier ihre Sympathien für den kleinkriminellen Rattenfänger Bachmann und seine Bewegung zu äußern. Die von ihnen so verächtlich als "Gutmenschen" titulierten Gegendemonstranten gehen jedenfalls als Winner und die Pegida-Fans als Loser aus dieser Geschichte heraus. Großartig!
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    1. Antwort von M.Müller, Zürich
      Pegida will unter anderem auch eine Demokratie nach Schweizer vorbild. Das verschweigt die Deutsche Politelite. Demokratie wie in der Schweiz ist ja auch etwas extrem national Sozialistisches oder so.....? Die Pegida wird an einem Ecken aufgehängt und angeschmiert weil die Politiker um Merkel die Hosen voll haben vor der Angst des Machtverlustes. Was ist jetzt gut und was schlecht? Rattenfänger haben wir auch in der Schweizer Politik z.B. EWS.
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    2. Antwort von Sascha Freitag, Thurgau
      Es geht überhaupt nicht um die Person Bachmann. Für die Politik und Systemmedien natürlich schon, so kann man schön von den eigenen Verfehlungen ablenken. Bevor man sich zur Bewegung überhaupt äussert, sollte man schon mindestens das Positionspapier gelesen haben, sowie unabhängige Medien, keine Staatspropaganda. Und vor allem Aussagen von Frau Merkel vergleichen. 2010 - Multikulti ist gescheitert, 2015 - Islam gehört zu Deutschland! Hauptsache sie bleibt an der Macht, egal wie!
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  • Kommentar von M. Hediger, Aarau
    Wenn man die Bahnverbindungen sperrt, sind diese Reisenden natürlich verhindert....
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    1. Antwort von S.Solenthaler, Thurgau
      Die Bahnverbindungen sperren, würde ja irgendwie noch gehen, aus Verzweiflung, aber es wurden zwei Brandanschläge auf die Bahnstrecke Leipzig-Dresden verübt.
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