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International Raues Wetter stoppt Flüchtlinge

Die Zahl der auf den griechischen Inseln ankommenden Flüchtlinge ist in den vergangenen Tagen stark zurückgegangen. Schuld daran ist wohl das raue Wetter in der Ägäis. Auf der Balkanroute sind allerdings noch Tausende Menschen in Richtung Deutschland unterwegs.

Menschen in Mänteln mit Mützen und Schals stehen in einer Reihe.
Legende: An der griechisch-mazedonischen Grenze gestrandete Flüchtlinge. Reuters

Der nahende Winter hält die Asylsuchenden auf ihrem Weg über das Meer auf. So zählte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am vergangenen Sonntag auf den griechischen Inseln lediglich 155 neue Flüchtlinge, wie am Donnerstag bekannt wurde. Am Samstag waren es noch knapp 3000 Menschen gewesen. Der abrupte Rückgang geht auf die jahreszeitbedingten Stürme in der Ägäis zurück.

Bald Rückgang in Deutschland?

Damit ist die sogenannte Balkanroute, über die seit Anfang November nach IOM-Schätzung mehr als 100'000 Asylsuchende aus Nahost, Südasien und Afrika nach Europa gekommen sind, wohl vorerst stillgelegt.

Experten gehen davon aus, dass sich dies auch bald am Zuzug nach Deutschland und Österreich bemerkbar machen könnte. An den österreichischen Übergangsstellen zu Slowenien in Spielfeld und Bad Rakersburg herrschte bereits am Donnerstag eher Ruhe. Das Innenministerium in Wien erklärte, die Flüchtlingszahl sei «im Augenblick ein wenig reduziert im Vergleich zu den Wochen davor».

Blockierte Flüchtlinge reissen Grenzzaun nieder

Allerdings befinden sich an der mazedonisch-serbischen Grenze noch Tausende Flüchtlinge, ebenso in Kroatien. Zudem sind an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien rund 1500 Menschen blockiert, die nicht weiterreisen können, weil die Balkanländer nur mehr Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan über die Grenze durchlassen.

Hunderte blockierter Migranten aus Marokko, Algerien und Pakistan versuchten am Donnerstag, die griechisch-mazedonische Grenze nahe der nordgriechischen Stadt Idomeni zu durchbrechen. Sie warfen Steine auf die Grenzpolizisten und rissen den Stacheldrahtzaun teilweise ein.

Einige gelangten durch den Zaun, wurden aber umgehend festgenommen. Polizisten in Kampfmontur und einige mit Sturmgewehren riegelten den auf etwa 40 Meter eingerissenen Grenzzaun ab.

Knapp 950'000 Flüchtlinge in Deutschland

Derweil gaben die Behörden in Deutschland neue Zahlen zu den im Land eingereisten Flüchtlingen bekannt. So wurden von der deutschen Bundespolizei allein seit Anfang Monat bei Kontrollen mehr als 200'000 Flüchtlinge gezählt.

Seit Jahresbeginn wurden von den Bundesländern bislang knapp 945'000 Flüchtlinge registriert, wie aus Länderkreisen bekannt wurde. Ende letzter Woche hatte die Bundesregierung in Berlin bislang 900'000 Asylsuchende bestätigt. Die Flüchtlingszahl nähert sich in Deutschland damit in diesem Jahr der Millionenmarke.

Am Sonntag ist ein Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs mit der Türkei geplant. Dabei soll ein Aktionsplan für eine verstärkte Zusammenarbeit in der Flüchtlingskrise vereinbart werden.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
    Es ist Winter und verzweifelte Familien sind in dieser Kälte immer noch auf der Flucht. Gestern sind 8 Kinder ertrunken, und hier wird ausschliesslich gegen Flüchtlinge gehetzt, immer von den gleichen herzlosen Kommentatoren. Erbärmlich!
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Auf dem Foto zwei Kinder, der Rest alles Männer. Dem Schengen-System für passfreie Grenzen droht Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem zufolge im Zuge der Flüchtlingskrise das Aus. Er sei nicht sehr optimistisch, dass das Schengener Abkommen noch eine Überlebenschance habe, sagte Dijsselbloem, der auch niederländischer Finanzminister ist, dem Handelsblatt: „Wir können unseren Sozialstaat auf Dauer nicht aufrechterhalten, wenn der Zustrom der Asylbewerber weiter so anhält.“
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  • Kommentar von Peach Meier (Peach Meier)
    Wenigstens das Wetter unternimmt etwas!
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