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Rede an die Nation Putin gibt Entwicklung neuer Atomwaffen bekannt

Legende: Video Jahresansprache von Putin abspielen. Laufzeit 2:03 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 01.03.2018.
  • Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei seiner Rede an die Nation eine Serie neuer, angeblich nicht abfangbarer Nuklearwaffen vorgestellt.
  • Russland entwickelte Unterwasserdrohnen, die nukleare Sprengköpfe tragen können, eine schwere Interkontinentalrakete und einen atombetriebenen Marschflugkörper.
  • Russland steht gut zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl.

Im Dauerstreit mit den USA um die nukleare Bewaffnung legt Putin vor: Russland hat angeblich neuartige, nicht abfangbare Atomwaffen entwickelt. Medienwirksam präsentiert Putin sie bei seiner Jahresrede zwei Wochen vor der Präsidentenwahl.

Es geht um neue strategische Raketensysteme Russlands, die wir entwickelt haben als Reaktion auf den einseitigen Ausstieg der USA aus dem Vertrag über Raketenabwehr und die De-facto-Stationierung solcher Systeme auf dem Gebiet der USA und ausserhalb der US-Grenzen.
Autor: Wladimir Putin

Der Besitz von Hyperschallwaffen bringe deutliche Vorteile im bewaffneten Kampf, sagte Putin. Für heutige Raketenabwehrsysteme könnten sie bald unverwundbar sein, weil sie einfach schneller seien.

Der Präsident verspricht Halbierung der Armut

Im sozialpolitischen Teil seiner Rede kündigte Wladimir Putin hohe Mehrausgaben an. Derzeit seien 20 Millionen Menschen im Land arm. Diese Zahl solle in der nächsten Wahlperiode von sechs Jahren halbiert werden.

Messlatte der Politik müsse das Wohlergehen der Bürger sein. «Da müssen wir in den nächsten Jahren einen Durchbruch erzielen», sagte der Kreml-Chef. Auch für Familien und Kinderbetreuung, für Wohnraumbau, für Stadt- und Regionalentwicklung und Strassenbau solle mehr ausgegeben werden.
Bis Mitte des nächsten Jahrzehnts wolle Russland unter die fünf grössten Volkswirtschaften aufrücken. Dafür müsse das Pro-Kopf-Einkommen um die Hälfte steigen.

David Nauer: «Putin erfüllt sich einen Traum»

SRF-Korrespondent David Nauer

Wir haben heute zwei Putins erlebt. Einerseits den sozialen Putin, der lange über die sozialen Probleme in Russland sprach. Im zweiten Teil der Rede gab er den Falken: Er redete über die massive Aufrüstung der russischen Armee. Ziel dieser Aufrüstung sei, dass die neuen Waffen den Raketenabwehrschirm, den die Amerikaner bauen, durchbrechen könnten.

Damit erfüllt Putin seinen Generälen und auch sich selbst einen langjährigen Traum. Russland befürchtete schon lange, dass diese neue Raketenabwehr die russischen Raketen nutzlos und Russland angreifbar mache, weil es nicht mehr atomar zurückschlagen könnte. Diese Gefahr sei nun abgewendet, so Putin.

Ob das ein Bluff ist, kann ich nicht beurteilen, aber man weiss aus der Vergangenheit, dass neue Waffensysteme in den ersten Jahren meist nicht so gut funktionieren, wie es Generäle und Politiker behaupten.

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71 Kommentare

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  • Kommentar von Georg Benad (kreanga)
    Danke an die zuständigen Redakteure des SRf die meine Kommentare veröffentlicht haben,ich hatte manchmal in der Vergangenheit schon den Glauben verloren das eine neutrale Berichterstattung im SRF möglich ist.Ich hoffe Herr Nauer nimmt sich einmal die Zeit um mir zu erklären warum die Amerikaner 800 Militärstützpunkte weltweit brauchen und wie wohl die Amerikaner reagieren würden wenn Russland an seiner Grenze Raketen stationieren würde.Grüsse an Herrn Nauer in Moskau.
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Ich teile Ihre Meinung punkto Militärstutzpunkte. Gerade die Stützpunkte in Europa und dem Nahen Osten waren den Europäern lange willkommen, als die USA noch gerne als Weltpolizist herangezogen wurde. Je nach geopolitischer Stimmungslage werden sie aber wie heute zur Hypothek, gerade auch deshalb, weil sich die USA nicht mehr mit der Rolle des Polizisten begnügen, sondern aktive Führung anstreben. Die Kräftemassierung an den östlichen Grenzen ist mehr als nur ein Indiz dafür.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Der US-Militärindustrielle Komplex ist ein 1000 Mrd. Markt. Kein US-Politiker kann es sich leisten, dagegen zu politisieren. Russland oder China können den USA noch so die Hand ausstrecken, die USA können nicht anders als auf Provokationskurs zu bleiben. Das muss Europa begreifen: die USA sind friedensunfähig: politisch und ökonomisch.
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    1. Antwort von Sebastian Mallmann (mallmann)
      Eine wichtige Frage für die nächsten Jahre ist, ob es sich europäische Politiker leisten können, dem MIK die Stirn zu bieten. Der ist auch hier präsent. Eine Distanzierung zu den USA ist seit Trump festzustellen, aber in militärischen Fragen beschränkt sie sich in den grossen Parteien auf vereinzelte, leise Bedenken (Bsp. Gabriel). Eine mir bekannte Ausnahme ist J. Corbyn in GB. Unklar ist, ob die USA eine "Meuterei" in EU mit (lauteren oder unlauteren) Mitteln stoppen könnten. Ich hoffe nicht.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Am sichersten fährt Europa, wenn es sich A-Waffen-frei hält. Damit hätte Russland kein Grund mehr, seine A-Waffen gegen Europa zu richten. Wann begreift Europa, dass es wegen den USA und Nato in grösster Gefahr lebt? Putin hat in seiner Rede nochmals die Hand dem Westen ausgestreckt. Er will Frieden und keinen atomaren Erstschlag, noch Krieg oder Expansion. Er wünscht sich eine Normalisierung der Beziehungen. Europa muss sich von den USA lösen und deren Militärs nach Hause schicken.
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Eine sehr einseitige Betrachtungsweise. Russland gut und USA böse. Die NATO besteht und agiert aus bestimmten Gründen und Russland agiert ebenfalls nicht grundlos. Hier einseitig eine Seite als Grund allen Übels zu benennen ist komplett an der Realität vorbei. Es ist offensichtlich, dass immer mehr Menschen eine sehr vereinfachende Sicht auf das Weltgeschehen haben.
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