Rettungskräfte bergen erste Opfer

An der schwer zugänglichen Absturzstelle des Germanwings-Airbus konnten am Mittwoch erstmals Leichen geborgen werden. Die Unglücksursache bleibt weiterhin unklar. Bisher stehen drei Thesen im Vordergrund.

Ein Helikopter der französischen Gendarmerie kreist über der Unglücksstelle

Bildlegende: Bei Tagesanbruch sollen die komplizierten Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle fortgeführt werden. Reuters

Das Wichtigste in Kürze:

  • Erste Opfer am späten Mittwochnachmittag geborgen
  • Der Cockpit-Stimmrekorder enthält auswertbare Daten
  • Suche nach zweitem Flugdatenschreiber geht weiter

Rettungskräfte haben am späten Mittwochnachmittag erste Opfer des Absturzes der Germanwings-Maschine geborgen. Die ersten sterblichen Überreste der Passagiere an Bord des Airbus A320 seien von der Unglücksstelle weggebracht worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Er liess offen, wieviele Leichen bereits geborgen werden konnten.

Die Einsatzkräfte unterbrachen die Arbeiten dann mit Einbruch der Dunkelheit. Heute sollen sie wieder aufgenommen werden.

Angehörige der Opfer sind am Donnerstag vom Flughafen Düsseldorf aus nach Marseille gestartet. An Bord des Sonderflugs befinden sich auch Experten, die die Menschen psychologisch betreuen sollen. Germanwings wollte auch einen
Sonderflug für Angehörige aus dem spanischen Barcelona nach
Südfrankreich organisieren.

Drei Hypothesen zur Absturzursache

Bisher stehen drei Thesen als Absturzursache im Vordergrund:

  • Eine Fehlfunktion des Bordcomputers
  • mangelnde Wartung der Maschine
  • ein plötzlicher Druckabfall im Kabinenraum.
Video «Einschätzungen von Aviatikexperte Andreas Spaeth» abspielen

Einschätzungen von Aviatikexperte Andreas Spaeth

3:30 min, vom 25.3.2015

Mangelnde Wartung hatte der Luftfahrtexperte und Journalist Andreas Spaeth als eher unwahrscheinlich betrachtet. «Die Radaraufnahmen zeigen, dass das Flugzeug lange Zeit sehr kontinuierlich auf der vom Autopiloten vorgegebenen Strecke gesunken ist.»

Auffallend sei, dass die Piloten weder eine Kurskorrektur vornahmen, noch einen Funkspruch abgesetzt hätten. Dies liesse auf eine äusserst prekäre Situation im Cockpit schliessen, meint Spaeth. Er machte diese Aussage, noch bevor die Berichte über den möglicherweise vom Cockpit ausgeschlossenen Piloten publik wurden.

Zweite Blackbox soll Aufschlüsse liefern

Die Ermittler setzen ihre Hoffnung auf die Datenschreiber. Der Flugdatenschreiber wurde bisher aber noch nicht gefunden. Dass der Behälter des Geräts sichergestellt worden sei, wie Präsident Hollande sagte, wollte die französische Untersuchungsbehörde nicht bestätigen. Mit den auf der Blackbox verzeichneten Flugdaten wollen die Ermittler die Tonaufzeichnung abgleichen.