Zum Inhalt springen
Inhalt

International Saudi-Arabien will offenbar Handelsbeziehungen zu Iran beenden

Saudi-Arabien setzt alle Flugverbindungen nach und von Iran aus. Zudem will der Königsstaat offenbar nicht nur die diplomatischen Beziehungen, sondern laut der Nachrichtenagentur Reuters sämtliche Handelsbeziehungen mit Iran kappen.

Der saudische König Salman bin Abdulaziz.
Legende: König Salman bin Abdulaziz führt Saudi-Arabien straff: islamisch-konservativ. Er bietet nun dem Iran die Stirn. Reuters

Saudi-Arabien will offenbar nach den diplomatischen Beziehungen nun auch alle wirtschaftlichen Kontakte zum Iran abbrechen. Dies berichtet die Agentur Reuters. Eine offizielle Stellungsnahme aus Riad liegt nicht vor.

Die saudische Nachrichtenagentur SPA schreibt derweil, Saudi-Arabien wolle alle Flugverbindungen nach und von Iran verbieten. Alle Fluggesellschaften seien beauftragt, entsprechende Flüge auszusetzen, heisst es.

Mehrere Staaten gehen auf Distanz

Nach Saudi-Arabien haben auch Bahrain und der Sudan die diplomatischen Beziehungen zum schiitischen Iran abgebrochen. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) stuften ihre Beziehungen zum Iran aufs Notwendigste herab.

Bahrain habe den iranischen Diplomaten 48 Stunden Zeit gegeben, das Land zu verlassen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur BNA. Das Land schliesst zudem seine diplomatische Vertretung in Teheran und zieht sein Personal aus der iranischen Hauptstadt ab.

Die Entscheidung sei eine Reaktion auf die zunehmende «offene und gefährliche Einmischung» des Irans nicht nur in die Angelegenheiten Bahrains, sondern auch die der anderen arabischen Staaten, so die Begründung. Bahrain warf Teheran zudem in der Vergangenheit vor, Terroristen zu unterstützen sowie Zerstörung und Unruhe zu verbreiten.

Aus dem Sudan hiess es, die Kappung der Beziehungen sei eine Reaktion auf die Angriffe auf die saudische Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran sowie auf das Konsulat in der Pilgerstadt Maschad.

Die Spirale der Eskalation

Damit eskaliert der Streit am Golf infolge der Hinrichtung des prominenten schiitischen Geistlichen und Regimekritikers Nimr al Nimr in Saudi-Arabien weiter.

Im schiitischen Iran hatte die Hinrichtung des Geistlichen zu scharfen Protesten geführt. Der oberste geistliche und politische Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei, drohte den Politikern des sunnitischen Saudi-Arabien mit der «Rache Gottes». Die einflussreichen iranischen Revolutionsgarden kündigten dem Königshaus eine «scharfe Vergeltung» an. In Teheran hatten aufgebrachte Demonstranten in der Nacht zum Sonntag die saudiarabische Botschaft gestürmt.

Situation in Bahrain und Sudan

Das arabische Königreich Bahrain wird von einem sunnitischen Herrscherhaus regiert. Die Mehrheit der Bevölkerung ist jedoch schiitisch. Die Schiiten werfen dem Herrscherhaus Unterdrückung vor. Im Sudan sind etwa 70 Prozent der Bevölkerung sunnitische Muslime. Der afrikanische Staat bezeichnet sich als islamische Bundesrepublik.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

16 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Lucas Frank (Lucas)
    @Dudle: Deshalb hat die USA ja auch gute beziehungen zu Saudi Arabien, um sie davor abzuhalten Israel oder Europa zu bedrohen, was glauben sie, warum Israel nichts gegen diese Beziehung zu jammern hat, nur gegen die zu Iran ? Die Anti-Amerikanisten verstecken sich hinter ihren primitiven Kommentaren, und haben keine ahnung von Politik und Diplomatie. Wirtschaftliche beziehungen hat die USA auch zu "Feind" China, und zwar intensiv.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Es stimmt zwar, dass ich kein USA-Freund bin, aber dennoch fehlt in Ihrem Kommentar jeglicher Bezug auf eines meiner Statements. Womit könnte denn KSA Israel oder Europa bedrohen? mit Sandstürmen oder vielleicht doch eher mit den importierten Waffen? Und wo bleiben die Wirkungen von Politik und Diplomatie heutzutage in den Konflikten? Wo sehen Sie positive Auswirkungen nach den aktiven Einmischungen der USA?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Ihre Kommentare vermischen zu viel. Zu einem Punkt: Die USA MÜSSEN kritisiert werden. Sie haben in den letzten 50 Jahren nachweislich Kriege geführt aufgrund von Lügen und Regime-Changes (Mossadegh 1953 und wahrscheinlich Ukraine 2014-Beweise wurden vernichtet). Tonkin-Lüge, Brutkastenlüge, Massenvernichtungswaffenlüge...Afghanistankrieg, Drohnenkriege in Pakistan, Somalia, Mali uv. Es geht immer um Macht, Geld und Bodenschätze, v.a.aber um Öl und Gas. Das nächste Opfer wird Venezuela sein!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Warum haben dann die USA Saddam Hussein bekämpft, der gefährliche Massenvernichtungswaffen besitzt haben soll, statt mit ihm eine engere Beziehung einzugehen? Warum bekämpfen die USA Assad in Syrien?Warum bekämpften sie Gaddafi in Libyen? Was haben Sie für eine Ahnung von Diplomatie und Politik? Kennen Sie die Wolfowitz-Doktrin, Brzezinski "The grand Chessboard" usw.? Siehe auch neuester Artikel von Paul Craig Roberts auf Cashkurs dot com.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Lucas Frank (Lucas)
      @Dudle, die Saudis kann mit viel Drohen, Mekka liegt in diesem Land, man kann nicht immer Wirtschafrliche und Politische beziehungen aufs spiel setzen, nur weil ein Land schwachsinn macht. Ja es geht immer um Geld, auch für die Schweiz damals mit Südafrika, die Apartheid tut nichts zur sache, sind sie gegen Wirtschaft, wählen sie Grüne
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Ich bin nicht gegen Wirtschaft, sondern der Auffassung, deren heutige Ausprägung führe über kurz oder lang zu eine Flächenbrand. Anstatt heute Brandschutzschneisen zu schlagen, wird weiterhin Wind gefächert. Die Wirtschaft setzt heute auf permanentes Wachstum anstatt auf Qualität, untergräbt sich gleichzeitig aber selber. Der Wolkenkratzer wird immer höher, sein Fundament immer schlechter. Beim Einsturz reisst er die benachbarten Häuser gleich mit um (z.B. Sozialsysteme, öffentliche Hand).
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Zeller (jaro)
    Schön, wie friedlich der Nahe Osten ist. Womöglich ist da Israel auch noch schuld daran. Ohne Israel würde es kein einziges demokratisches Land in dieser Region geben. Das haben auch viele Araber bemerkt, aber die sind für die Medien nicht von Interesse. Man schreibt halt lieber Kriegsstories, als Geschichten vom vom friedlichen Zusammenleben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Für Militärkonzerne und ihre Anhängsel bricht eine goldene Ära an. Mit jedem Streit verdienen diese Konzerne Mrd. durch Waffen und langfristig noch mehr durch Abhängigkeiten. Das Ziel all dieser Konzerne ist Ressourcenkontrolle. Wer Ressourcen kontrolliert, kontrolliert Menschen als gute Konsumenten und Menschen als Ausgebeutete und Abhängige von Grundnahrungsmittel. Das ist mehr als erschreckend.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen