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International Swiss führt neue Cockpit-Regel ein

Die Fluggesellschaft Swiss führt die Zwei-Personen-Regel ein. Demnach muss während des Fluges und bei Abwesenheit einer der Piloten sich immer auch ein weiteres Crew-Mitglied im Cockpit aufhalten.

Legende: Video Psychische Verfassung bei Piloten abspielen. Laufzeit 01:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.03.2015.

Nach dem Absturz des Germanwings-Flugzeugs in den französischen Alpen ändert auch die Swiss ihre Sicherheitsregeln. Künftig soll sich kein Pilot während des Fluges mehr allein im Cockpit aufhalten dürfen. Muss einer von ihnen seinen Sitz verlassen, nimmt jemand von der Kabinen-Besatzung den Platz ein. Diese Massnahme gilt ab sofort, wie Swiss mitteilte.

Legende: Video Europas Fluggesellschaften setzen auf neue Cockpit-Regeln abspielen. Laufzeit 02:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.03.2015.

Bereits zuvor gaben zahlreiche Fluggesellschaften im In- und Ausland bekannt, eine Zwei-Personen-Regel einzuführen, so unter anderen Lufthansa und Germanwings.

Aeropers vorsichtig optimistisch

Lässt sich mit der Zwei-Personen-Regel tatsächlich ein absichtlich eingeleiteter Flugzeugabsturz verhindern? Der Pilotenverband der Swiss, Aeropers, nahm bereits vor dem Swiss-Entscheid Stellung: «Es würde zumindest die Hürde für eine Wiederholung eines solch tragischen Vorfalls erhöhen», sagte Sprecher Tobias Mattle. Ob es ihn hätte verhindern können, sei aber eine sehr schwierige Frage.

Am Donnerstagabend war bereits bekannt geworden, dass Easyjet Schweiz ab sofort eine Zwei-Personen-Regelung in Kraft setzen wolle. Auch Helvetic Airways passte ihre Sicherheitsvorschriften per sofort an.

BAZL behält sich Massnahmen vor

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) verfolgt das Geschehen aktiv mit. Das Amt behalte sich vor, Massnahmen anzuordnen, falls sich das als notwendig erweisen sollte, sagte Sprecher Anton Kohler. Gebe die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) Weisungen aus, würden diese automatisch auch für die Schweiz gelten.

Die EASA kann verbindliche technische Vorgaben nur für die Flugtauglichkeit von Maschinen machen. In anderen Fragen spricht sie aber Empfehlungen aus – diese können aber eine Grundlage für spätere Gesetze sein.

Auch die EU-Behörden denken über neue Empfehlungen für die Besetzung des Cockpits nach. EU-Mitarbeiter erklärten, sie berieten darüber mit der Branche und den nationalen Regierungen.

Am Mittwoch gab die französische Staatsanwaltschaft bekannt, dass der Co-Pilot die verunglückte Germanwings-Maschine bewusst zum Absturz gebracht hatte.

Airlines rund um den Globus überdenken Sicherheitskonzept

Virgin, Atlantic, Easyjet, Monarch, Thomas Cook, Jet2, Flybe, Ryanair und British Airways
In Grossbritannien ändern die meisten Airlines ihre Regeln nach einer Empfehlung der europäischen Flugsicherheitsbehörde. Bei den Fluggesellschaften Virgin Atlantic, Easyjet, Monarch und Thomas Cook muss sich künftig ein Mitglied der Kabinen-Besatzung im Cockpit aufhalten, wenn einer der Piloten seinen Platz verlässt. Bei den Billigfliegern Jet2 und Flybe sowie dem irischen Billiganbieter Ryanair sei es schon heute Standard. British Airways wollte sich zunächst nicht äussern.
Air France
Von der grossen europäischen Airline Air France hiess es, man verfolge aufmerksam Entwicklung und Ergebnisse der juristischen und technischen Untersuchungen. Die Frage der Anwesenheit einer zweiten Person im Cockpit sei ein wichtiges Thema.
Air Baltic, Norwegian, Air Canada, Czech Airlines (ČSA) und Travel Service
Air Baltic, Norwegian und Air Canada führen ebenfalls nach eigenen Angaben die Zwei-Personen-Regel ein. Bei der tschechischen Fluglinie ČSA und der tschechischen Charterfluggesellschaft Travel Service hat die Vier-Augen-Regel bereits zuvor gegolten.
Australien und Neuseeland
Auch Australien überprüft die Regeln. Die Regierung habe von den Fluglinien Information zu den Abläufen im Cockpit angefordert, berichtete die Nachrichtenagentur AAP. Neuseeland führt die Zwei-Personen-Regel ab sofort ein, teilte die dortige Zivil-Luftfahrtbehörde (CAA) mit.
Lufthansa, Germanwings, Swiss und Edelweiss Air
Lufthansa will für sämtliche Passagierflüge im Konzern die Zwei-Personen-Regel im Cockpit umsetzen. Das heisst auch für die Töchter Germanwings, Swiss und Edelweiss Air. Künftig müssten sich immer zwei autorisierte Personen im Cockpit aufhalten, erklärte der Luftverkehrskonzern.
Easyjet Schweiz und Helvetic Airways
Am Donnerstag hatten bereits Easyjet Schweiz und Helvetic Airways ihre Sicherheitsregeln entsprechend angepasst und die Zwei-Personen-Regel eingeführt.
Quelle: Agenturen / Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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59 Kommentare

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  • Kommentar von u.demmler, bern
    hoffentlich bekommen die begleit-Crew angestellten ein bisschen mehr lohn, dass sie die Piloten hüten müssen...
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  • Kommentar von Leander Niederhauser, Teufen AR
    Dies ist eine bankrott Erklärung des gesamten Piloten Berufsstandes. Hiermit geben alle zu, mögliche Wiederholungstäter zu sein - Anstelle wehement dafür einzutreten, dass dies ein immer noch nicht bewiesener Einzelfall war. Sehr bedenklich!! Die einzigen die bisher richtig reagierten ist der Französische Pilotenverband welcher eine Klage gegen die Statsanwaltschaft prüft, wegen zu früh herausgegebener Daten. Man stelle sich sowas mal unter Ärzten oder Lokführern vor!
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    1. Antwort von Christa Wüstner, Reinach
      Das könnte auch eine sofortige Massnahme sein, bis der Absturz geklärt ist. Man muss auch an die Verunsicherung der Fluggäste jetzt denken. Ich habe auch gelesen, der deutsche Pilotenverband (Gewerkschaft ) will sich zu Wort melden und eine Klage einreichen.
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Mir scheint, hier wird wie so oft im Leben, nach Unfällen oder anderen zu Tage getretenen Missständen, nach vorschnellem Aktionismus geschrien. Nur um uns „Sicherheit“ zu suggerieren. Störungen/Unfälle bauen in aller Regel auf Verkettungen von Umständen auf. Erst recht in einem so hoch komplexen System „Mensch/Technik“ mit seiner Wechselwirkung, wie es ein Flugzeug darstellt. Die simple Co-Pilot Suizid These greift mir viel zu kurz. Ich erwarte mehr Fakten und das braucht Zeit.
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