Syrer: «Ich kann nur zusehen und weinen»

Nach wochenlanger Odyssee sind der syrische Arzt Hassan Hammed und seine Familie heute in Bayern in Sicherheit. Doch die Bilder der beschwerlichen Flucht lassen ihn nicht los – hinzu kommt das schlechte Gewissen gegenüber all jenen, die in seiner Heimat ums Überleben kämpfen.

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«Ich habe das Gefühl, dass ich mitkämpfen sollte»

4:37 min, aus 10vor10 vom 12.10.2015

Es scheint fast surreal. Noch vor kurzem mussten der syrische Arzt Hassan Hammed, seine Frau und die Kinder nächtelang am Bahnhof Budapest ausharren – nun ist die beschwerliche Flucht vorbei, und die Familie lebt sicher in ländlicher Idylle im deutschen Unterallgäu.

SRF-Reporter Stephan Rathgeb hatte die Flüchtlinge in den vergangenen Wochen begleitet. Jetzt in Bayern traf er auf einen Mann, der noch weit davon entfernt ist, zur Ruhe zu kommen.

Denn es sind nicht nur die Bilder der Flucht, die Hassan Hammed regelmässig aus dem Schlaf hochschrecken lassen. Jeden Tag schicken ihm seine Freunde aus der Heimat Meldungen und Fotos von den Angriffen und von den Zerstörungen. Tausende Kilometer entfernt zusehen zu müssen, was zu Hause passiert, betrübt den Syrer zutiefst. Er habe das Gefühl, dass auch er an der Front mitkämpfen müsste.