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Tag der Arbeit in Paris Krawalle am Rande der Mai-Demos

Legende: Video Ausschreitungen in Paris abspielen. Laufzeit 0:31 Minuten.
Vom 02.05.2018.
  • In Paris haben sich am Tag der Arbeit über tausend Vermummte Strassenschlachten mit der Polizei geliefert.
  • Die Polizei hat fast 200 Angehörige des «Schwarzen Blocks» festgenommen.
  • An friedlichen 1.-Mai-Demonstrationen der Gewerkschaften beteiligten sich vor dem Hintergrund einer Streikwelle im öffentlichen Dienst Zehntausende Menschen.

Nach Angaben der Polizei kamen 20'000 Menschen am Tag der Arbeit zum traditionellen Marsch der Gewerkschaften zusammen. Die Gewerkschaft CGT sprach hingegen von 55'000 Teilnehmern.

Die Zahl der Vermummten wurde von der Polizei mit rund 1200 angegeben. Sie trugen schwarze Jacken und Gesichtsmasken; viele führten Banner mit anarchistischen Symbolen mit sich.

Autos beschädigt und Scheiben zertrümmert

Der reguläre Protestzug kam ins Stocken, als aus dem «Schwarzen Block» heraus Ausschreitungen begannen. Vermummte griffen die Polizisten mit Wurfgeschossen an, zertrümmerten Autos und Fensterscheiben und steckten Fahrzeuge in Brand. Einige plünderten eine McDonald's-Filiale und setzten sie in Brand.

Insgesamt seien 31 Geschäfte beschädigt worden, bilanziert die Polizei. Zwei davon seien angezündet worden, meldete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Polizeipräfektur. Ausserdem seien sechs Fahrzeuge angezündet und zehn weitere beschädigt worden. Die Polizei ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Vermummten vor.

102 Menschen befanden sich am Dienstagabend in Polizeigewahrsam, insgesamt hatte die Polizei am Rande der Demonstration 276 Personen vorläufig festgenommen.

«Gewalt und Sachbeschädigungen» verurteilt

Der französische Innenminister Gérard Collomb verurteilte die «Gewalt und Sachbeschädigungen» am Rande der Demonstration zum Tag der Arbeit.

Die Pariser Polizei hatte zuvor mit Ausschreitungen gerechnet: «Extremistische Gruppen» wollten den Tag zu einem «grossen revolutionären Treffen machen», hatte sie erklärt. In anderen französischen Städten blieb es bei den Mai-Demonstrationen ruhig.

Viele Streiks in den letzten Wochen

In Frankreich ist in den vergangenen Wochen die Wut vieler Arbeitnehmer über die Reformen von Präsident Emmanuel Macron gewachsen. Seit Anfang April hat es zahlreiche Streiks im öffentlichen Dienst gegeben, insbesondere bei der Bahn.

Legende: Video Gegenwind für Reformer Macron abspielen. Laufzeit 1:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.05.2018.

Macron will die Staatsbahn SNCF wettbewerbsfähiger machen und den beamtenähnlichen Status der Bahnbeschäftigten abschaffen. An den Mai-Demonstrationen nahmen am Dienstag besonders viele Bahn-Beschäftigte teil.

5 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Schon eigenartig, da gehen Tausende auf die Strassen und demonstrieren friedlich für eine andere Politik und die Medien lassen es zu, dass ein paar Jungs, die vielleicht sogar Papasöhnchen sind, den ganzen Diskurs dominieren. Etwas mehr Politik und etwas weniger Ablenkung von den wichtigen politischen und sozialen Anliegen, die die Gesellschaft unseres Nachbarn Frankreich bewegen, sind gefragt.
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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Ichmuss also von denen, die mein Votum ablehnen, ableiten, dass Sie finden, es gebe ein Recht auf Gewalt und Sachbeschädigungen, dessen Kosten dann der einfache Bürger wieder über seine Steuern bezahlen muss. Mit solchen Leuten zu diskutieren wird in der Tat schwierig. Darum wenden sie ja wohl auch Gewalt an.
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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Was mich an gewissen (ich sage bewusst an gewissen) Linken stört, ist, dass sie meinen ein moralisches Recht zu haben, gewaltsmässig zu demonstrieren und Sachschäden - oftmals zulasten von Unschuldigen - verüben zu dürfen. Man kann in einer Demokratie mit Recht verschiedener Meinung sein. Und es gibt auch ein Demonstrationsrecht. Aber gewaltsame Ausschreitungen gehören in jedem Fall verurteilt und die Schuldigen bestraft. Egal, ob von extremen Linken oder Rechten begangen.
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