Tote bei Attentaten in der Türkei

Bei Anschlägen in der Türkei sind mindestens drei Personen getötet und über dreissig weitere verletzt worden. Die Behörden vermuten die PKK hinter den Attacken. Diese hat sich bisher jedoch zu keinem der Anschläge bekannt.

Mann liegt auf einem Sarg mit türkischer Flagge

Bildlegende: Familienangehörige trauern um einen toten türkischen Soldaten. Hier bei einer Beerdigung Ende Juli in Sirnak. Keystone

Bei einem Anschlag in der osttürkischen Provinz Agri sind zwei Polizisten getötet und 24 weitere verletzt worden. Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hätten den Stützpunkt der Militärpolizei am frühen Sonntagmorgen mit einem mit Bomben beladenen Traktor attackiert, berichtete die private türkische Nachrichtenagentur DHA unter Berufung auf den Provinzgouverneur. Ob der Attentäter ebenfalls getötet wurde, blieb zunächst unklar.

Bei einem weiteren mutmasslichen PKK-Anschlag in der südosttürkischen Provinz Mardin wurden ein Soldat getötet und mindestens acht weitere verletzt, wie DHA meldete. Das Fahrzeug der Soldaten sei auf eine zuvor verlegte Mine gefahren. Die PKK bekannte sich zunächst zu keinem der Anschläge.

In Nusaybin an der türkisch-syrischen Grenze gab es in der Nacht Gefechte zwischen einer PKK-Jugendorganisation und der Polizei, wie DHA weiter berichtete.

Vergeltungsangriffe gegen PKK-Stellungen

Zuletzt eskalierte der Konflikt zwischen der PKK und der türkischen Regierung. Innerhalb von elf Tagen starben bei Anschlägen und Gefechten mindestens 21 Menschen, die meisten davon Sicherheitskräfte.

Die türkische Armee fliegt seit mehr als einer Woche Luftschläge auf Einrichtungen der PKK. Dabei wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu rund 260 PKK-Kämpfer getötet und Hunderte verletzt. Am Samstag hatten türkische Kampfjets erneut vermutete PKK-Stellungen im Nordirak bombardiert und dabei nach Informationen der dpa acht Zivilisten getötet. Das türkische Aussenministerium kündigte Ermittlungen an.

Ermittlungen gegen Kurdenpartei-Chef

Zudem gehen die Behörden im Inland unter anderem mit Razzien gegen die PKK vor. Unter anderem gegen den Chef der Kurdenpartei HDP, Selahattin Demirtas, wurden Ermittlungen eingeleitet.

Die HDP bestreitet vehement, der PKK nahezustehen. Die Partei wirft der Staatsführung um Präsident Recep Tayyip Erdogan vor, die derzeitige Krise provoziert zu haben, um eine vorgezogene Neuwahl ansetzen zu können. Bei der Parlamentswahl im Juni hatte die HDP mit 13 Prozent einen historischen Erfolg errungen und die regierende islamisch-konservativen AKP damit um die absolute Mehrheit gebracht.