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70 Jahre Nato
Aus Tagesschau vom 03.12.2019.
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Trump kritisert Macron Plötzlich Nato-Freund

  • Die Nato diene «einem grossen Zweck» sagt Trump am Gipfeltreffen in London.
  • Er kritisiert Frankreichs Staatschef Macron, der die Nato als «hirntot» beschrieben hat. Diese Äusserungen seien «sehr beleidigend».
  • In der Vergangenheit hatte Trump selbst die Nato als «obsolet» bezeichnet.

So viel Zuspruch hat wohl selbst Generalsekretär Stoltenberg vom US-Präsidenten nicht erwartet. Ungewohnt prägnant stellt sich Trump hinter das Militärbündnis – ausgerechnet Trump, der die Nato mit seinen Äusserungen in die wohl grösste Krise ihrer Geschichte gestürzt hat.

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Trump: «Eine sehr bösartige Aussage»
Aus News-Clip vom 03.12.2019.
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Streit mit Macron

Einem «grossen Zweck» diene die Nato, sagte Trump an der Seite des Generalsekretärs. Die Aussage von Frankreichs Präsident Macron, das Militärbündnis sei hirntot, bezeichnete Trump als «sehr beleidigend» und «sehr, sehr bösartig» gegenüber den anderen 28 Mitgliedstaaten.

Handelsstreit USA–Frankreich

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Die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem amerikanischen und dem französischen Präsidenten kommen zu einem Zeipunkt, in denen sich die beiden Nationen auch wirtschaftlich in die Haare gerieten.

Nachdem Frankreich im Sommer eine Digitalsteuer für internatinal tätige Internet-Unternehmen wie Google, Amazon oder Facebook eingeführt hatte, kündigten die USA kürzlich eine Vergeltung an. Sie drohten mit Strafzöllen auf französische Produkte wie Champagner oder Käse.

Ob es tatsächlich so weit kommt, ist unklar. Nach einem Gespräch zwischen Macron und Trump während des Nato-Treffens in London geben sich die beiden in dieser Hinsicht nun versöhnlich.

Es ist ein Rollentausch, der noch vor wenigen Wochen undenkbar schien. In der Vergangenheit hatte Trump bei den Bündnispartnern mit kritischen Äusserungen für grosse Verunsicherung gesorgt. So hatte er das Militärbündnis mehrmals als obsolet bezeichnet.

Macron verteidigt sich

Frankreichs Präsident erneuerte derweil seine Kritik. Mit Blick auf seine Diagnose eines «Hirntods» sagte er: «Meine Äusserungen haben Reaktionen hervorgerufen. Aber ich stehe dazu.» Es gehe um die strategische Ausrichtung des Militärbündnisses.

Dazu zähle eine gemeinsame Definition von Terrorismus, sagte er. Diese fehle bisher. So kämpfe der Bündnispartner Türkei in Nordsyrien gegen jene, die vorher an der Seite der westlichen Partner gegen die Terrororganisation Islamischer Staat gekämpft hätten. Das sei ein strategisches Problem, sagt Macron.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    +Plötzlich hat Mister Trump bemerkt, dass auch die USA ohne die Europäer zu schwach ist. Die Kehrtwende ist schon seltsam, welche Verbiegungen der Mann machen kann. Zuerst vergrault er alle Staaten mit haltlosen Anschuldigungen und nun sind sie plötzlich seine Freunde. Was für ein Kameleon.
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  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Trump steht im ewigen Wahlkampf! Frankreich will die amerikanischen Internet-Giganten besteuern und so kommt ihm die Aussage von Macron gerade richtig. Trump würde sogar Klimaverträge unterschreiben, es geht nur um sein Klientel. Er ist ein aufgeblasener Hampelmann der Wirtschaft, man darf nicht vergessen; die Wirtschaft regiert. Trump ist nur Symptom einer aus den Fugen geratenen Wirtschaftswelt. Egal wer nach Trump kommt, es wird genau gleich weiter gehen, nur der Stil wird sich ändern!
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    1. Antwort von Pierre De Laval  (Petros74)
      Bravo - sehr gut beobachtet - und ich gratuliere Ihnen für den Mut das hier auch auszudrücken- wenn nur die Hohe Politik so nüchtern, selbstkritisch und ehrlich zu sich selbst wäre ...
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  • Kommentar von Kurt Wirz  (kuwi)
    Die Nato ist im heutigen Zustand - und da muss ich Macron beipflichten - tatsächlich hirntot. Einzelne Mitglieder (Türkei) machen was sie wollen, provozieren Bündnispartner (Zypern, Griechenland), marschieren in Drittstaaten ein und kümmern sich einen Dreck darum, was der schweigende Rest dazu denkt. Einzig Macron spricht's aus und erntet vom Ami noch Kritik. Die Nato ist 70 und das merkt man auch. Sie leidet tatsächlich an Demenzerscheinungen.
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