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International Ukraine-Krise: G7 belässt es bei Sanktionsdrohung gegen Russland

Die G7 hat sich an ihrem Gipfeltreffen in Brüssel auf gemeinsame Forderungen an Russland im Zusammenhang mit der Krise in der Ukraine geeinigt. Auf die Verhängung von Sanktionen verzichtet sie aber vorerst. Nicht zuletzt ist der Gipfel ohne Russland eine symbolische Geste.

Legende: Video « G7 unter Ausschluss von Russland» abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 05.06.2014.

Die G7 droht Moskau mit weiteren Sanktionen, sollte der Kreml den Zustrom von Kämpfern in die Ostukraine und die Lieferungen von Waffen an die dortigen Separatisten nicht stoppen. Dies erklärte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nach dem Abendessen der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrieländer in Brüssel.

Weiter müsse Russland mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko zusammenarbeiten, die Gasversorgung des Nachbarlands garantieren und seine Truppen aus dem Grenzgebiet zur Ukraine abziehen, sagte sie. Welche Sanktionen genau angedacht sind sind, präzisierte Merkel nicht. Vor einer Verhängung von Strafmassnahmen werde es weitere Gespräche geben.

Legende: Video «Letztes Mittel wäre Krieg gegen Russland» abspielen. Laufzeit 1:05 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 05.06.2014.

Treffen ohne Russland hat Symbolkraft

Ursprünglich war statt des G7-Gipfels ein Treffen der G8, inklusive Russland, geplant gewesen. Die G7-Staaten hatten die Vorbereitungen für den G8-Gipfel im russischen Sotschi nach der Annexion der Krim aber ausgesetzt. Das wichtigste am G7-Gipfel in Brüssel sei, dass dieser ohne Russland stattfinde, befindet denn auch SRF-Korrespondent Jonas Projer.

Ursprünglich habe es die Idee gegeben, direkt neue Sanktionen zu beschliessen. Doch nun gebe es im Moment eher vorsichtig hoffnungsvolle Zeichen in der Krise. Dazu passt, dass die Staats- und Regierungschefs der G7 darauf verzichten, die Rückgabe der Krim an die Ukraine zur Bedingung für eine Wiederaufnahme Russlands in ihren Kreis zu machen.

15 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Es bringt weiterhin keiner der beiden Seiten etwas, wenn vom "Kampf" gefaselt wird. Und leider wird das wohl erst erkannt, wenn es zu spät ist. Beide Seiten werfen sich den Spielball der Propaganda hin und her und am Ende will keiner damit angefangen haben. Und es kann auch keiner damit aufhören, weil dann der Andere als Sieger dasteht. Das klassische Gefangenendilemma, nur dass hier noch eine dritte Partei dazwischensteht.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli, Burgdorf
    Ich finde vernünftig, dass die G7 nicht noch weitere Sanktionen gegen Russland ausgesprochen und den russischen Bär wieder provoziert haben. W.P. hat wohl eingesehen, dass mit der Anektierung der Krim genug ist, dass eine Einverleibung der Ostkraine nur mit einem Krieg zu bewerkstelligen wäre. Mir scheint, dass dieser Erfolg bereits zu einem grossen Teil Präsident Pjotr Poroschenko zu verdanken ist. Ein Dankeschön gehört auch Herr Putin, weil er Teile seiner Truppen an der Grenze abgezogen hat.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Ihr letzter Satz braucht noch eine Ergänzung: Es ist zwar flott, dass der liebe Wladimir einen Teil der russischen Truppen von der Grenze abgezogen hat - aber schwups, von einem Tag auf den anderen kann der vorherige Status wieder hergestellt werden. Wie auch ich hier schon einmal geschrieben habe, steht den Russen natürlich das Recht zu, auf ihrem eigenen Territorium so viele Truppen zu stationieren, wo und wann auch immer sie wollen, aber weniger Zündeln kann auch nicht schaden.
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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    In der Ostukraine wird das eigene Volk von den Kiewer-TERRORISTEN ermordet und die Medien halten es nicht für nötig darüber zu berichten. Stattdessen zeigt man uns ständig die grinsenden Köpfe, welche die eigentlichen Drahtzier dieser Kriegsverbrechen sind. Auch setzt man uns ständig deren Blabla bis zum abwinken vor, anstatt die betroffenen Menschen zu Wort kommen zu lassen und uns Bilder aus der Realität zu zeigen.
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    1. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      ....und Sie setzen uns bis zum Abwinken Ihre Hasstiraden vor! Wir haben eine grosse Narrenfreiheit in der von Ihnen so geschmähten westlichen Welt, und auch die abstrusesten Hirngespinste können ungestraft verbreitet werden. Zu Ihrer Erinnerung: Die G7 haben auf weitere Sanktionen verzichtet und wollen der Diplomatie eine Chance geben. Morgen kommt es zu direkten Gesprächen mit Putin, obwohl dieser weiterhin Waffen und Soldaten in die Ukraine schickt. Was wollen Sie eigentlich noch?
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Lieber Herr Buchmann: Vom G7 Gipfel aber tönt es zu jeder Stunde wieder anders. Gestern so die Merkel ungefähr: "Wir sind dazu bereit, sollte Russland nicht auf unsere Forderungen eingehen in Stufe 3 der Sanktionen ein zu treten." Welche übrigens dann auch für ganz Europa sehr negative Auswirkungen haben dürften. Aber diese Politiker kümmert das ja nicht. Hauptsache, ihnen geht es nach wie vor gut. Darunter leiden werden diese gewiss nicht. Nach ihrem Abgang beziehen sie eine fette Rente.
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    3. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      ....ist doch logisch, dass man nicht von vornherein auf allfällige schärfere Sanktionen verzichten will, oder? Mit Wunschdenken lässt sich keine griffige Politik machen!
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