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International Venedigs Bürgermeister stürzt über Korruptionsskandal

Giorgio Orsoni hat seinen Rücktritt erklärt. Ihm wird Korruption in Zusammenhang mit dem Bau eines Schleusensystems vorgeworfen. Orsoni erkärt sich trotz des Rücktritts für unschuldig und attackiert Premierminister Renzi.

Giorgio Orsoni lächelnd von der Seite mit Jacket über der Schulter
Legende: Giorgio Orsoni (r.) verlässt lachend das Rathaus in Venedig. Ihm und 35 weiteren Verdächtigen wird Korrpution vorgeworfen. Keystone

Venedigs Bürgermeister Giorgio Orsoni ist im Zuge eines grösseren Korruptionsskandals in der Lagunenstadt zurückgetreten. Er könne nicht mehr weitermachen, die Bedingungen dafür seien nicht gegeben, begründete Orsoni seinen Schritt nach offenem Druck aus seiner Demokratischen Partei (PD).

Orsoni war zusammen mit 35 weiteren Verdächtigten Anfang Juni festgenommen und erst am Vortag aus dem Hausarrest entlassen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Korruption, Geldwäsche und Amtsmissbrauch im Zusammenhang mit dem Bau des millionenschweren Schleusensystems «Mose» vor, wie die
Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Insgesamt wird gegen Hunderte Verdächtige ermittelt, darunter zahlreiche Politiker und Unternehmer. Der frühere Minister und Vertraute des damaligen Regierungschefs Silvio Berlusconi, Giancarlo Galan, steht ebenfalls unter Verdacht.

Renzi forderte Orsonis Rücktritt

Das Stadtoberhaupt, das bisher Venedig an der Spitze einer Mitte-Links-Allianz führte, beteuerte seine Unschuld und kritisierte sein Lager wegen der Attacken, denen er nach seiner Festnahme ausgesetzt gewesen sei. Dabei sparte Orsoni nicht an Kritik auch an Premier Matteo Renzi. Die Demokratische Partei (PD) um Renzi hatte ihn wiederholt zum Rücktritt aufgefordert.

Mit dem Hunderte Millionen Euro teuren Unterwasser-Schleusensystem «Mose» soll das historische Zentrum Venedigs vor Hochwasser geschützt werden. Die Behörden ermitteln den Berichten zufolge bereits seit drei Jahren wegen Korruption im Zusammenhang mit dem Mega-Projekt.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Stahn, Fraubrunnen
    Dafür zahlt ja die Schweiz (BR Leuthard) noch A-Fonds-perdu-Beiträge (CHF 150 Mio. aus Steuersubstrat) an Italien und der italienische Verkehrsminister Lupi ist selbstverständlich der Meinung, dass es sich dabei nicht um ein Geschenk handle, da die Schweiz ja schliesslich ein grösseres Interesse (Luino-Linie) als Italien habe... und nun zum Wetter... ;-)
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  • Kommentar von kari huber, surin
    Warum nicht bei jedem Projekt in Italien gleich mit der "Korruptionsforschung" beginnen? So hätte man rasch Beweise und könnte eingreifen, bevor der ganze Schaden eingetreten ist. Ausser natürlich, wenn auch die Korruptionsforscher gleich zu Beginn geschmiert werden. Dann kostet es mehr.
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    1. Antwort von Christoph Mayenfisch, Winterthur
      Warum nur in Italien?
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