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Vorwurf an Regierungen Europäer sollen an Misshandlung von Flüchtlingen mitschuldig sein

Ein Mann hinter Gittern.
Legende: In Libyen sind laut Amnesty Zehntausende Flüchtlinge in überfüllten Einrichtungen inhaftiert. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Amnesty International (AI) wirft der Europäischen Union eine Mitschuld an Menschenrechtsverletzungen gegenüber Migranten in Libyen vor.
  • Die EU unterstütze libysche Behörden, die häufig mit Schleusern zusammenarbeiteten und Flüchtlinge und Migranten folterten, erklärt die Menschenrechtsorganisation.
  • Bis zu 20'000 Menschen würden in Haftzentren in Libyen festgehalten. Sie seien Folter, Zwangsarbeit, Erpressung und Tötung ausgesetzt, teilt AI mit.

Die europäischen Regierungen hätten nicht nur Kenntnis davon, sagte der AI-Europa-Vorsitzende, John Dalhuisen. «Indem sie die libyschen Behörden aktiv dabei unterstützen, die Überfahrt über das Meer zu unterbinden und Menschen in Libyen festzuhalten, machen sie sich dieser Verbrechen mitschuldig.»

Um die illegale Einwanderung aus Afrika über das Mittelmeer zu stoppen, unterstützen europäische Staaten via EU die libyschen Behörden. So wird die Küstenwache ausgebildet, und Millionen Euro fliessen an UNO-Hilfsorganisationen, um die Lebensbedingungen in den Flüchtlingslagern in dem nordafrikanischen Land zu verbessern.

Hilfsorganisationen berichten schon länger über Misshandlungen, Folter, Vergewaltigungen und Zwangsarbeit von Flüchtlingen. Ein Medienbericht, nach dem in Libyen Flüchtlinge als Sklaven verkauft werden, hatte vor kurzem für Aufsehen gesorgt und war auch Thema beim EU-Afrika-Gipfel in der Elfenbeinküste.

Libyen ist nach dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi ein weitgehend rechtloser Staat, in dem mehrere Milizen um die Vorherrschaft ringen. Das Land ist die wichtigste Durchgangsstation für afrikanische Migranten, die in die EU gelangen wollen.

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45 Kommentare

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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Stimmt, für einmal muss ich AI zustimmen. Durch den Shuttle-Service nach Europa werden die Perspektivlosen ermuntert nach Libyen zu reisen, um dort in ein Gummiboot zu steigen. Wenn man alle umgehend an die afrikanische Küste zurück bringen würde, dann würde auch keiner mehr in ein Schlauchboot steigen. Insofern sind Frontex und die NGO in die Pflicht zu nehmen, diesen Missstand umgehend einzustellen. Und die europäischen Staaten sollten für die afrikanischen Eliten Einreisesperren verhängen.
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  • Kommentar von u. Felber (Keule)
    also, wir haben die Wahl sie aufzunehmen und zu finanzieren oder sie nicht auf zunehmen und sie zu finanzieren. WAS machen eigentlich die anderen 5 Kontinente?!
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Dass eine Flüchtlingspolitik sich nicht nur in humanitären Gesten erschöpft, ist klar. Wenn man sich für die Aufnahme von vielen Flüchtlingen entscheidet, sollte man vorher einen funktionierenden Plan haben, wie man mit den weitreichenden Folgen wie Finanzierung, Familiennachzug, Integration, Auswirkung auf die Gesellschaft etc. umgeht. Ein solcher Plan ist in aber nicht wirklich erkennbar. Die Folgen und Veränderungen werden trotzdem nicht ausbleiben. Es wird daher noch recht chaotisch werden.
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    1. Antwort von Michael Räumelt (Monte Verita)
      Richtig, die Toleranzromantiker wissen nicht mal dass Niger z.B.das Land mit der weltweit höchsten Geburtenrate ist. In der Regel haben die Männer 2-3 Ehefrauen mit bis über zehn Kinder... da macht der Familiennachzug doch richtig Spass...
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