Weniger illegale Migranten in den USA

Die illegale Einwanderung ist ein grosses Thema im Präsidentschaftswahlkampf in den USA. Doch nun zeigen neue Studien, dass die Zahl der illegalen Migranten im Land immer weiter sinkt.

Barack Obama an einem Rednerpult.

Bildlegende: Barack Obama will einem Teil der illegalen Bevölkerung eine Aufenthaltsbewilligung erteilen. Reuters

Wellen von Migranten kämen illegal in die USA, sagt Donald Trump, der gemäss Umfragen führende Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der republikanischen Partei. Es brauche deshalb eine Mauer an der Grenze zu Mexiko. Doch die Fakten widersprechen Trump: Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt ist die Zahl der Menschen ohne Aufenthaltsbewilligung in den USA unter elf Millionen gesunken, wie eine neue Studie des Center for Migration Studies besagt.

Andere Studien bestätigen, dass die Zahl der illegalen Einwanderer sinkt. Das liegt vor allem an der sinkenden Einwanderung aus Mexiko. Schliesslich stammen rund 60 Prozent der Menschen, die sich ohne Bewilligung in den USA aufhalten, aus dem südlichen Nachbarland.

Donald Trump ballt die Fäuste.

Bildlegende: Donald Trump will eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen lassen. Keystone

Doch seit der Finanzkrise sind immer weniger Mexikanerinnen und Mexikaner in die USA eingewandert und immer mehr in ihr Heimatland zurückgekehrt. In den letzten Jahren schliesslich zogen mehr Menschen aus den USA zurück nach Mexiko als umgekehrt. Denn während sich die Perspektiven in ihrer Heimat verbesserten, wurden sie in den USA schlechter. Rund 14 Prozent wurden von den US-Behörden zwangsweise ausgeschafft.

Präsident Barack Obama möchte einem Teil der verbliebenen illegalen Bevölkerung per Dekret Aufenthaltsbewilligungen erteilen. Doch die Republikaner haben dagegen geklagt, und nun muss das Bundesgericht darüber entscheiden.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Demokraten-Duell in den USA

    Aus Tagesschau vom 18.1.2016

    US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat sich bei einer TV-Debatte ein scharfes Wortgefecht mit ihrem Konkurrenten Bernie Sanders geliefert, der sie laut Umfragen langsam einholt.

  • Obamas Rede an die Nation

    Aus Tagesschau vom 13.1.2016

    Bevor US-Präsident Barack Obama in einem Jahr abtritt, hat er vor dem Kongress nochmals eine viel-beachtete Rede zur Lage der Nation gehalten Er forderte unter anderem einen gerechten Zugang zu Ressourcen für alle und eine führende, aber nicht dominierende Rolle der US-Aussen-politik. Aus Washington meldet sich SRF-USA-Korrespondent Peter Düggeli.

  • «Über 90 Prozent der Wahlen der vergangenen 20 Jahre hat derjenige Kandidat gewonnen, der über das meiste Geld verfügte», sagt Robert Francis Kennedy junior, der zur berühmten Kenendy-Familie gehört.

    «Anti-wissenschaftliche Stimmung ist Teil der Kultur in den USA»

    Aus Echo der Zeit vom 13.1.2016

    Umweltaktivist Robert Francis Kennedy junior beriet US-Präsident Obama am Anfang seiner Amtszeit; dieser hat in seiner letzten Rede zur Lage der Nation betont, wie wichtig eine nachhaltige Umweltpolitik sei. Der bald 62-jährige Kennedy, Sohn von Robert F. und Neffe von John F.

    Kennedy, weilte in Zürich. Markus Hofmann hat ihn auf Englisch interviewt.

    Isabelle Jacobi

  • Immer mehr Gouverneure fordern, dass das Ansiedelungsprogramm gestoppt wird, dass sie keine Flüchtlinge aus Syrien mehr in ihren Bundestaaten aufnehmen.

    Die Angst vor syrischen Flüchtlingen in den USA

    Aus Echo der Zeit vom 19.11.2015

    Im Zentrum der Kritik steht das Ansiedlungsprogramm der US-Regierung, mit dem Flüchtlingen eine neue Heimat in den USA gegeben werden soll. Statt Flüchtlinge könnten auch Terroristen in die USA kommen, argumentieren die Gegner.

    Beat Soltermann