Überraschung im Iran Will Ahmadinedschad wieder an die Macht?

Der umstrittene Hardliner Mahmud Ahmadinedschad hat sich für die iranische Präsidentenwahl vom Mai registrieren lassen.

Überraschend: Mahmud Ahmadinedschad kandidiert wieder.

Bildlegende: Überraschend: Mahmud Ahmadinedschad kandidiert wieder. Reuters

  • Trotz mehrerer früherer Dementis kandidiert der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad für das Präsidentenamt im Iran. Die Präsidentenwahl findet am 19. Mai statt.
  • Ahmadinedschad sagt, die Registration zur Wahl diene bloss der Unterstützung der Kandidatur seines langjährigen Stellvertreters Hamid Baghaei.
  • Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Chamenei, hatte Ahmadinedschad noch im Herbst öffentlich von einer Kandidatur abgeraten.

Zusammen mit seinem langjährigen Stellvertreter Hamid Baghaei liess sich der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Mittwoch im Innenministerium für die Präsidentenwahl am 19. Mai registrieren.
Der 60-Jährige ist im In- und Ausland höchst umstritten. Er hatte eigentlich zuvor erklärt, nicht zu kandidieren, nachdem das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, ihm von einer Bewerbung abgeraten hatte.

Gemäss iranischem Recht darf Ahmadinedschad nach den Unterbruch von einer vierjährigen Wahlperiode wieder für das Präsidentenamt kandidieren. Zuletzt amtete er von 2005 bis 2013 als iranischer Präsident.

Verwirrende Situation

Vergangene Woche gab Ahmadinedschad bekannt, dass er den eher unerfahrenen Baghaei im Kampf gegen Amtsinhaber Hassan Rohani – laut Beobachtern als «graue Eminenz» – unterstützen würde.

Der ehemalige Präsident erklärte am Mittwoch, er stehe zu seinem Versprechen, nicht selbst anzutreten. Seine Registrierung als Kandidat diene «lediglich der Unterstützung Baghaeis».

Alle Kandidaten müssen sich noch der Überprüfung durch den Wächterrat stellen, der in der Vergangenheit häufig Kandidaten ausgeschlossen hatte.