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Erdbeben in der Schweiz «An der gleichen Stelle gab es schon 2003 ein Beben»

Legende: Video Erdbeben in Linthal abspielen. Laufzeit 1:39 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.03.2017.

SRF News: Das Epizentrum des gestrigen Bebens war im Kanton Schwyz, sechs Kilometer vom Klausenpass entfernt. Warum bebte die Erde ausgerechnet dort?

Florian Haslinger: Die Schweiz ist von einem Netz tektonischer Störungen durchzogen, vor allem im Alpenraum. An denen können Erdbeben immer wieder passieren. Wir wissen, an diesen Stellen bebt es immer mal wieder.

Ebenfalls bekannt ist, dass es im Jahr 2003 ziemlich genau an der gleichen Stelle ein Beben der Magnitude 4 gab. Diese tektonischen Störungen stehen mit den Alpen in Verbindung und aktivieren sich immer wieder.

Muss man sich wegen Nachbeben Sorgen machen?

Nein, man muss sich keine Sorgen machen. Natürlich gibt es nach so einem Erdbeben noch Nachbeben. Es gab gut ein Dutzend Nachbeben, eines davon hatte die Stärke 2,9. Das hat man in der Umgebung relativ deutlich verspürt.

Das ist bei so einem Beben ganz normal. Die Chance, dass es zu einem gleich starken oder zu einem noch stärkeren Beben kommt, ist aber klein. Wir gehen davon aus, dass die Nachbeben verebben.

Wie weit war das Erdbeben gestern spürbar?

Das Beben mit Magnitude 4.6 spürte man fast in der ganzen Schweiz. Wir haben Meldungen von Leuten aus Zürich, aus dem Bodenseeraum, aus Basel und Bern. Dort überall wurde es gespürt.

Erdbebensichere Stromversorgung

«Seit 2012 gibt es eine Erdbebenrichtlinie für den Bau von Unterwerken», sagt Sven Heunert, Bauingenieur beim Bafu. Damit soll die Stromversorgung in der Schweiz bei Beben abgesichert werden. Auch bei bestehenden Unterwerken werde teilweise nachgebessert, damit die Transformatoren nicht kippen könnten.

Legende: Video Kantonal unterschiedliche Erdbebensicherheit abspielen. Laufzeit 2:41 Minuten.
Aus 10vor10 vom 07.03.2017.

So reagiert die Schweiz auf das Erdbeben

Klicken Sie hier, Link öffnet in einem neuen Fenster, falls die Tweets nicht korrekt angezeigt werden.

Florian Haslinger

Der promovierte Naturwissenschafter ist stellvertretender Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Franco Caroselli (FrancoCaroselli)
    Es ist höchste Zeit sich mal Gedanken zu machen, ob es sich lohnt wegen einer Minute Verspätung sich zu ärgern, oder statt Milliarden zu horten, lieber in die Sicherung der Infrastruktur zu investieren, als den Rappenspalter zu spielen. Früher oder später investiert die Natur in diese Infrastruktur. Gilt auch für die Millionäre oder Milliardäre! Ihr Geld ist mit Bestimmtheit nie sicher. Darum verstehe ich das habgierige Verhalten nicht, statt es zu verteilen zu Gunsten der Sicherheit ALLER !!!
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Auch in St.Gallen war es sehr gut spürbar. Etwas überrascht war ich, als ich von Jugendlichen heute morgen erfuhr, das in der Oberstufe das Thema "Tektonik in der Schweiz" nicht mehr unterrichtet wird. Gibt es dafür wirklich keine Zeit mehr? "Woher kommen die Alpen zum Beispiel oder die tektonischen Brüche in Zentraleuropa usw." Ist das heutzutage nicht mehr interessant?
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    1. Antwort von Angela Nussbaumer (Angela N.)
      In der Schule wird so manches nichr mehr unterrichtet, Herr Schulenburg, was einem wichtig erscheint. Das ist leider so. Ich frage mich oft, was für eine Allgemeinbildung die heutigen Schüler haben. Aber das ist eine andere Generation, und wir... sind die ältere ;-)
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