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Panorama Fukushima: Abgeordneter brüskiert Kaiser Akihito

Der japanische Abgeordnete Taro Yamamoto hat ein Tabu gebrochen. An einer Gartenparty hat er Kaiser Akihito ein Protestschreiben überreicht. In Japan eine Unerhörtheit. Er wollte den Kaiser auf das Leid der radioakativ verseuchten Kinder in Fukushima aufmerksam machen.

Legende: Video Japanischer Abgeordneter begeht Tabubruch wegen Fukushima abspielen. Laufzeit 1:16 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 01.11.2013.

Kaiser Akihito neigt sein Haupt. Die Andeutung einer Verbeugung. Kein Wort fällt. Dann gibt der Tenno das überreichte Schreiben zur Atomkatastrophe in Fukushima an einen Hofbeamten weiter.

Taro Yamamoto ist sich des Affronts bewusst. Aber für den japanischen Abgeordneten und Atomkraftgegner stehen die Leiden der Anwohner des im Jahr 2011 nach einem Erdbeben zerstörten Atomkraftwerks Fukushima über der ehernen Hof-Etikette.

Rücktrittsforderungen werden laut

«Ich wollte dem Kaiser direkt die derzeitige Situation schildern», sagte Yamamoto. «Er muss etwas über die Kinder wissen, die durch Radioaktivität verseucht wurden. Wenn das so weitergeht hat es ernsthafte Auswirkungen auf unsere Gesundheit.»

In Japan gilt es als Tabu, den Kaiser in politische Fragen zu verwickeln. Der Monarch hat eine rein repräsentative Rolle und steht über den politischen Auseinandersetzungen.

Das Vorgehen des Abgeordneten sorgte daher für Proteste. Kabinettsminister Yasuhide Suga sagte: «Es gibt eine Grenze für ein angemessenes Verhalten bei einer solchen Gelegenheit.» Im Internet gab es Aufforderungen an Yamamoto, sein Mandat zurückzugeben.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Edith, Schweiz
    Brechen wir das Tabu - hier und jetzt - und folgen wir Yamamotos Menschlichkeit! Über­be­völ­ke­rung ... …ist die Unfä­hig­keit Kon­flikte zu ver­hin­dern! Hier und jetzt Lösun­gen zu kre­ie­ren! Gren­zen­los macht­voll mäch­tig zu sein!
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  • Kommentar von JP.Simon, Nietzscheaner, Bern
    Wenn jetzt einige den Rücktritt von dem Abgeordneten fordern und Empörung sich breit macht,dann hat Japan seit den A-bombenabwürfen nichts gelernt. Der Sonnenmythos und die daraus entwickelten Traditionen, Rituale und dergleichen, sind von der Strahlenverseuchung nicht ausgenommen. über Jahrhunderten gelebte Traditionen, die heute nicht mehr von Belang sind, sind schwer aufzulösen, sie sind härter als der härteste Beton, man muss nur die Gesichter der Leute anschauen, die um den Kaiser stehen.
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  • Kommentar von Margrit Holzhammer, 8903 Birmensdorf
    Super, was dieser Abgeordnete gemacht hat. Warum soll man einen Kaiser schonen??? Dieser Clou könnte von mir sein. Im Jahre 1986 ging ich ins Büro des damaligen Regierungsrat und Gesundheitsdirektor des Kantons Zürich, Hr. Dr. iur. Peter Wiederkehr. Ich meldete mich zuerst telefonisch bei seiner Sekretärin an. Diese wollte mich abwimmeln. Aber ohalätz! Ich insistierte und liess nicht locker, bis sie mir einen Termin gab. Ich packte dann gewaltig aus.......
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