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Panorama Öko-Katastrophe in Brasilien: Konzern-Vermögen eingefroren

Eine giftige Schlammlawine hatte im November Teile des brasilianischen Bundesstaates Minas Gerais überschwemmt. Auslöser war ein Dammbruch an einer Eisenerzmine. Zwei mächtige Bergbau-Konzerne, darunter Vale, sollen für die Schäden aufkommen. Das Vermögen der Unternehmen wurde jetzt eingefroren.

Legende: Video Aufräumarbeiten nach Dammbruch abspielen. Laufzeit 0:24 Minuten.
Aus News-Clip vom 20.12.2015.

Nach dem verheerenden Dammbruch an einer Eisenerzmine hat ein Gericht das brasilianische Vermögen der beiden Bergbaukonzerne BHP Billiton und Vale eingefroren. Die am Samstag veröffentlichte Anordnung ist Teil eines Rechtsstreits zwischen der Regierung Brasiliens und den zwei Unternehmen.

Der zuständige Richter aus dem Bundesstaat Minas Gerais erklärte, dass BHP und Vale für die bislang schwerste Umweltkatastrophe in Brasilien verantwortlich gemacht werden könnten. Die Bergbaukonzerne können gegen die Entscheidung des Gerichts Berufung einlegen.

Milliarden-Forderungen

Um welchen Vermögenswert es dabei geht, wurde zunächst nicht bekannt. Brasilien hat die Konzerne auf umgerechnet knapp fünf Milliarden Euro Schadenersatz verklagt. Das Geld soll für Säuberungs- und Wiederaufbau-Arbeiten nach der Umweltkatastrophe eingesetzt werden.

Anfang November war der Damm eines Abwasser-Beckens der Erzgrube Germano gebrochen. Der austretende Klärschlamm begrub zunächst ein Bergdorf unter sich und verseuchte das Tal des Flusses Rio Doce. Mindestens 16 Menschen kamen ums Leben. Für rund 250'000 Menschen muss die Trinkwasser-Versorgung neu geregelt werden.

Säuberung könnte ein Jahrzehnt dauern

Schlamm- und Wassermassen wurden noch 100 Kilometer vom der Unglücksstelle entfernt angeschwemmt. Die Behörden gehen davon aus, dass es rund zehn Jahre dauern wird, um die betroffene Region zu säubern.

In Brasilien wird bereits über schärfere Auflagen für Minen-Betreiber diskutiert. Die Branche steht für einen Grossteil der Export-Einnahmen des Landes. Das zu dem geborstenen Becken gehörende Bergwerk betreibt der weltgrösste Bergbau-Konzern BHP aus Australien gemeinsam mit dem brasilianischen Konkurrenten Vale über das Unternehmen Samarco.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Das Dumme am Ganzen: Seit der Globalisierung der Wirtschaft können wir uns als Konsumenten nicht einmal mehr bewusst dagegen wehren. Wir haben keine Ahnung, unter welchen Bedingungen z.B. das Metall in den Pfannenböden gewonnen wurde. Sobald Rohstoffe ihren zweiten Zwischenhalt hinter sich gelassen haben und in Produkten verarbeitet worden sind, haben wir Konsumenten keine Kontroll-, geschweige denn Wahlmöglichkeit mehr. Nur Konsumverzicht kann etwas helfen.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Empfindliche Küstenökosystemen im Mündungsgebiet, in den küstennahen Aufzuchtgebieten von Walen, Rochen und Meeresschildkröten. Die Meeresschutzgebiete Combois, Costa das Algas und Santa Cruz gelten als bedroht. Eine Katastrophe auch für die Menschen, die hier von Fischerei und Tourismus leben.Aktuelle Kampagne gegen Gesetzes- und Verfassungsänderungen, die indigene Territorien und Naturschutzgebiete bedrohen. Eine Tragödie am Rio Doce für Menschen und Umwelt. Horror pur!
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Die ganze Region im Südosten Brasiliens ist von der Wasserversorgung abgeschnitten. Hunderttausende Menschen werden mit Tanklastwagen versorgt. Die von Schlammlawinen überspülten Dörfer sind nicht mehr bewohnbar. Viele Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Überall am Fluss und auch im Mündungsgebiet am Atlantik finden Anwohner tote Fische. Fischer, die von den Erträgen aus dem Rio Doce leben, müssen um ihre Existenz fürchten.
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