Zum Inhalt springen

Header

Video
Ein halbes Jahr nach dem Corona-Shutdown – Wo stehen wir?
Aus Puls vom 14.09.2020.
abspielen
Inhalt

Puls-Chat Experten-Chat zu Corona: die zehn besten Fragen

Vier Fachärzte haben Ihre Fragen zu Corona beantwortet – ein Auszug daraus.

Ein Infektiologe, ein Hausarzt, ein Kinderarzt und ein Pneumologe haben Fragen aus dem Publikum zum Thema Corona beantwortet – eine Auswahl daraus. Sämtliche Fragen und Antworten finden sie hier.

Das sind die Fachpersonen im «Puls»-Chat

Textbox aufklappenTextbox zuklappen

Prof. Hansjakob Furrer
Infektiologe
Inselspital Bern, Link öffnet in einem neuen Fenster

Dr. Stefan Langenegger
Hausarzt und Vorstandsmitglied Hausärzte Zürich mfe
Ärztehaus Seebach, Link öffnet in einem neuen Fenster

Dr. Paolo Paioni
Infektiologe und Kinderarzt
Universitäts-Kinderspital Zürich, Link öffnet in einem neuen Fenster

Dr. Thomas Sigrist
Pneumologe
Klinik und Pflegezentrum Barmelweid, Link öffnet in einem neuen Fenster

W.P.: Ich finde die von vielen praktizierte Grussform mit Handrücken an Handrücken total daneben. Man führt ja den Handrücken unbewusst ins Gesicht. Auch beim Ellbogengruss habe ich Bedenken, schliesslich husten wir ja in die Armbeuge.

Thomas Sigrist: Ich teile Ihre Meinung, bei jedem Kontakt steigt die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung. Wie Sie auch richtig feststellen, berühren wir uns mit den Händen im Gesicht. Dies ist beim Ellenbogen nicht der Fall. Aber auch hier: Wenn jemand in die Ellenbeuge niest, sind dort potenziell Virenpartikel verteilt. Kurzum: Ich persönlich begrüsse gerne kontaktlos mit einem Kopfnicken oder Oberkörperneigen.

H.M.: Was bringt die Maskenpflicht, wie etwa in Einkaufsläden?

Hansjakob Furrer: Sie senkt das Risiko einer Ansteckung etwas. Wir erreichen kein Nullrisiko für alle, aber viele Massnahmen zusammen helfen, die Ausbreitung des Virus tief zu halten.

B.Z.: Ich halte kurz den Atem an, wenn mich jemand kreuzt. Schützt das?

Thomas Sigrist: Von einem gewissen Schutz kann man ausgehen. Wie gut der ist, kann ich nicht beurteilen – sicher nicht hundertprozentig. Ich empfehle viel mehr Abstand zu wahren.

L.S.: Können Kinder andere mit Corona anstecken? Wenn ja, warum müssen sie keine Masken tragen?

Paolo Paioni: Kinder können sicherlich auch andere Menschen mit dem neuen Coronavirus anstecken. Aufgrund der bisherigen Beobachtungen geschieht die Übertragung durch Kinder jedoch seltener als durch Erwachsene. Deshalb sind Kinder bis 12 Jahre von der Maskenpflicht befreit.

S.R.: Kann Echinaforce gegen Corona nützlich sein?

Hansjakob Furrer: Es könnte eventuell nützlich sein, aber wir wissen es noch nicht. Labortests reichen nicht, um einen Nutzen zu belegen.

Z.Z.: Wie schützt man sich an einer Hochzeit mit 60 Gästen, die am selben Tisch sitzen oder tanzen? Ich gehöre zur Risikogruppe und habe Bedenken.

Paolo Paioni: An einem solchen Anlass ist es schwierig, sich konsequent zu schützen. Das Tragen einer Maske, wenn Sie nicht essen ist sicher eine Option. Ich würde Ihnen aber empfehlen, das Gespräch mit dem Brautpaar zu suchen und sich "das Schutzkonzept" erklären zu lassen. Wenn Sie weiterhin Bedenken haben, würde ich eher auf die Hochzeit verzichten.

B.A.: Wie merke ich, ob ich eine Erkältung habe oder an Covid-19 erkrankt bin?

Thomas Sigrist: Da die Symptome sehr ähnlich sein können, merkt man es nicht eindeutig. Im Zweifelsfall hilft ein Abstrich.

D.M.: Wie hoch ist das Risiko, sich im Zug anzustecken? Ist die Lüftung und Frischluftzufuhr dort ausreichend?

Thomas Sigrist: Generell kann man dies nicht beantworten, da es keine Zahlen dazu gibt. Mit Maske ist es auf alle Fälle tief. Dann spielt auch die Lüftung und Frischluftzufuhr eine untergeordnete Rolle.

P.V.: Was, wenn die positiven Testzahlen weiter so hoch sind oder steigen: Besteht überhaupt noch eine Chance, dass die Massnahmen wieder aufgehoben werden?

Stefan Langenegger: Wir sind leider keine Wahrsager. Ich denke aber, dass bis Weihnachten die Tausender-Grenze an täglichen Neuinfektionen erreicht wird, was auch vermehrt Infektionen bei älteren Personen und Risikogruppen resultieren – was wiederum die Komplikationen erhöht.

M.G.: Ich arbeite in der Gastronomie und spüle täglich Hunderte Teller, Tassen und Besteck. Dabei wird oft Wasser aufgewirbelt. Ist es möglich, sich über dreckiges Geschirr anzustecken?

Hansjakob Furrer: Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung scheint mir sehr klein. Eine häufige Desinfektion der Hände ist sinnvoll, da man sich oft ins Gesicht greift.

Puls, 14.09.2020, 21:05 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Ich weiss nicht, mag nicht alles schauen, das Thema ist einfach zu präsent. Aber der eigentliche Pick scheint am 28. März gewesen zu sein. Am 28 März waren vorallem Covidkranke in den Intensivstationen. Seit diesem Moment ging es retour, zu früh für die Massnahmen, meine Meinung, wirklich halb so wild. Warum geht es nicht hoch mit den Notfällen, nun weil kaum jemand Covidkrank wird, da sind auch einige falsch Positive dabei. Wenn es hochgeht im Winter dann nicht nur wegen Covid.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Dorothee Meili  (DoX.98)
      Es geht nicht um schauen, sondern um etwas Nach-lesen und mit diesen Menschen zusammen in die Gegenwart schauen und den Ist-Zustand (das, was jetzt ist, einigermassen klar gesagt werden kann), bewusst und nicht unbestimmt wahrnehmen. Wir haben nicht 28.März, wir haben auch noch nicht Weihnachten!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Falsch Positive spielen bei den Fallzahlen praktisch keine Rolle. Wenn jemand in den Notfall kommt der Covid-19 positiv ist, dann ist es schwer zu argumentieren, er komme wegen etwas anderem, vor allem weil der Arzt ja die Symptome beurteilen kann.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kurt E. Müller  (KEM)
    Ich hätte da auch noch eine Frage gehabt: Ist es eigentlich nötig, sich um jeden Preis vor einem Virus zu schützen, der seit Mai kaum mehr jemanden krank macht oder gar tötet?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Dorothee Meili  (DoX.98)
      KEM Ihre Zweifel wurden gestern auch angebracht und sorgfältig beantwortet. Nach bestem Wissen und Gewissen für das Jetzt. Auch im Bewusstsein, dass das, was Jetzt ist, vielleicht später richtig oder aber falsch ist. Es ist vom Test bis zu den Massnahmen von einem "kontinuierlichen Prozess" die Rede: anderes ist jetzt nicht zu haben. Mich haben auch die vielen Fragen/Sorgen aus der Praxis beeindruckt, bzw. die Empfehlungen dazu. Manch ein Aha-Moment! Vielleicht mögen Sie doch auch reinschauen?!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Aurel Specker  (Auspec)
      Für alle die nicht die Fragen nachschauen mögen:
      Das Virus tötet momentan weniger, weil sich v.a. Junge damit anstecken. Kommt es aber wieder in Kontakt mit Risikogruppen (Altersheim), wird es schnell gefährlich (siehe SRF bericht dazu).

      Je grösser die Coronaverbreitung ist, desto schwieriger wird es, diese Risikopersonen zu schützen.

      Deshalb ist es wichtig, die Welle tief zu halten! D.h. NICHT um jeden Preis, aber so viel wie angemessen möglich: Masken, Abstand, Desinfektion!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      @A. Specker: Sind die Risikopersonen nicht auch von Grippeviren gefährdet? Ist das Virus aktuell (also nicht wie zu Beginn der Pandemie) gefährlicher als die üblichen Grippeviren im Herbst/Winter? Wollen wir wirklich diese einschneidende, die Gesellschaft psychisch, sozial, ökonomisch belastenden Massnahmen sozusagen auf Vorrat für eine eventuelle in die Zukunft gelegene Gefahr? Wobei es diese jedes Jahr gab?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Daniel Flückiger  (Daniel Flückiger)
      KEM, es wurden eben die 10 besten und nicht die 10 schlechtesten Fragen ausgewählt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Hr. Bernoulli, die aktuell gültige Gefährlichkeit ist schwierig abzuschätzen. Sind die Krankheitsfälle nur tief weil es mehr Junge betrifft, oder hat sich das Virus effektiv verändert? Ich vermute wir wissen das noch nicht genau genug, deshalb weiter Vorsicht. Es ist durchaus möglich dass dieses Virus immer noch massiv gefährlicher ist als die Influenza-Viren.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen