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Panorama Solar Impulse 2 überwintert auf Hawaii

Das Schweizer Solarflugzeug muss wegen überhitzter Batterien länger auf dem Insel-Bundesstaat pausieren als geplant. Das Team wertet die Verzögerung aber nicht als technisches Versagen – vielmehr sei ein Planungsfehler beim Kühlungssystem an der unfreiwillig verlängerten Auszeit schuld.

Legende: Video «André Borschberg zur Winterpause in Hawaii (engl.)» abspielen. Laufzeit 0:57 Minuten.
Vom 15.07.2015.

Das Schweizer Solarflugzeug Solar Impulse 2 wird seine Weltumrundung erst im Frühling 2016 fortsetzen können. Der Schaden an den Batterien, die sich beim fünftägigen Flug von Japan bis Hawaii überhitzt haben, kann entgegen erster Annahmen der Piloten nicht in kurzer Zeit behoben werden.

Das Solarflugzeug von Bertrand Piccard und André Borschberg werde bis im kommenden Frühling auf Hawaii bleiben, teilte das Team von Solar Impulse mit. Die «Solar Impulse 2» soll Anfang April an die Westküste der USA weiterfliegen.

«Wir konnten den schwierigsten Teil der Weltumrundung zurücklegen, fünf Tage und Nächte über dem Pazifik, und haben damit gezeigt, was das Potenzial dieser Technologie ist, trotz dieses kleinen Batterieproblems», sagte Borschberg in Hawaii.

Man sei zwar gezwungen, auf Hawaii zu bleiben. «Aber wir haben fantastische Unterstützung und einen Hanger für das Flugzeug, um hier den Winter über zu bleiben», äussert sich Borschberg begeistert. Der Hangar am Kalaeloa Airport wird dem Team von Solar Impulse von der Universität von Hawaii bis Frühling zur Verfügung gestellt. Bis dann soll der Sonnenflieger mit neuen Batterien und einem neuen Kühlsystem ausgestattet werden.

Zu rascher Aufstieg, zu starke Isolation

Bei der längsten und schwierigsten Etappe vom japanischen Nagoya bis Hawaii blieb das Flugzeug fünf Tage und Nächte in der Luft, insgesamt 117 Stunden und 52 Minuten. Pilot Borschberg brach damit den Rekord des längsten Solofluges und der längsten je von einem Solarflugzeug zurückgelegten Strecke.

Bereits nach dem Start in Japan stieg die Temperatur in den Batterien wegen des raschen Aufstiegs und zu starker Isolation gefährlich an. Weil das Flugzeug in den nachfolgenden Tagen jeweils auf über 8000 Meter Höhe anstieg, um in der Nacht wieder zu sinken, konnten die Batterien nicht mehr ausreichend gekühlt werden.

Solar Impulse: Ein Planungsfehler, kein technisches Versagen

Es handle sich nicht um ein technisches Versagen, sondern um einen Planungsfehler bezüglich des Kühlungssystems und des Designs der Batterien. Rückschläge gehörten jedoch dazu, wenn man die Grenzen der Technik auslote.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen. Ich finde es nett, dass die Kritiker vom SI-2 Projekt bisher mit Frotzeleien zurückhielten. Ist ein Prototyp, dem bisher vor allem das Wetter zu schaffen machte und jetzt das Batterie-Problem. Mehr zu Denken gibt mir jedoch die erneute Meldung von Toyota zum Wagenrückuf wegen Softwareprobleme. Wieviel Millionen „ausgereifte“ Autos wurden eigentlich die letzten paar Jahre von den gängigen Hersteller in die Werkstatt zurückbeordert? :-(
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    1. Antwort von René Balli, Biel
      Kritik und Schadenfreude sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ausserdem sollten sich jetzt vor allem die Anhänger dieses sehr teuren Projektes zu Worte melden und uns erklären, welche neuen Erkenntnisse man gewonnen hat und wie diese die bestehende Solartechnologie vorantreibt. Das Aufdecken eines Konstruktionsfehlers ist keine wissenschaftliche Errungenschaft sondern nur die Aufdeckung eines Denkfehlers, etwas ganz normales bei Prototypen.
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    2. Antwort von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
      Danke die Antwort René Balli. In der Kernaussage gehe ich einig mit Ihnen. Leider ist Kritik oft von Schadenfreude überlagert und bleibt ein Paar. Isoliert betrachtet, ist dieses Unterfangen echt ein ökologisch/ökonomischer Nonsens. Fing schon beim Bau des Vogels durch Verschleiss unzähliger kWh grauer Energie an und begann seine Lageänderung (Flug) mit dem Transport in einer B-747 nach Abu Dhabi. Tja, die Sponsoren hätten mit dem Geld ja auch neue Golfplätze für ihre CEOs anlegen können ;-)
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    3. Antwort von M Jaeger, Wildwil
      Rene Bolli, die Erkenntnis dass Solartechnologie vom Wetter abhängig ist hatten wir ja schon vorher. Für Zweifler ist das jetzt evt ein weiterer Beweis. Bei den ideologisch bedingten Solarenergieanhängern werden solche Erkenntnisse aber erfahrungsgemäss ausgeblendet :-)
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