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Diskussion um Bürgerrecht Lehren aus dem Fall Yilmaz? Das sagen die Aargauer Parteien

Die bürgerlichen Parteien halten an der gängigen Einbürgerungs-Praxis fest. Linke kritisieren das System scharf.

Legende: Video Türkin wird nun doch eingebürgert abspielen. Laufzeit 3:51 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 19.10.2017.

Der Fall der jungen Türkin, die sich in Buchs einbürgern lassen wollte und zunächst abgewiesen wurde, hat national und international für Schlagzeilen gesorgt.

Ein Grund deswegen etwas an der Einbürgerungspraxis zu ändern, sehen die bürgerlichen Parteien aber nicht. Dies zeigt eine entsprechende Anfrage bei den Parteipräsidenten. Die Linken würden dagegen gerne die Einbürgerungen bei der Verwaltung ansiedeln.

Thomas Burgherr, Präsident SVP Aargau

«Fehler gibt es überall und aus Fehlern kann man lernen. Der Fall in Buchs lief sicherlich nicht optimal, aber deswegen muss man sicher nichts ändern. Es ist richtig, dass die Gemeinde über Einbürgerungen entscheiden darf.»

Lukas Pfisterer, Präsident FDP Aargau

«An den Grundlagen ist es in Buchs nicht gescheitert, sondern an der Anwendung. Es ist ein Einzelfall, in den allermeisten Fällen gibt es keine Probleme. Wegen einem Einzelfall muss man die Gesetzes-Maschinerie nicht starten.»

Es ist ein Einzelfall, der blöd gelaufen ist.
Autor: Lukas PfistererPräsident FDP Aargau

Marianne Binder, Präsidentin CVP Aargau

«Man muss wegen dieses Falles nichts ändern an der Einbürgerungspraxis. Ich habe Vertrauen in die lokalen Behörden. Diese kennen die Verhältnisse am besten und sollten über Einbürgerungen bestimmen.»

Cédric Wermuth, Co-Präsident SP Aargau

«Im Aargau mit seinen über 200 Gemeinden gibt es 200 unterschiedliche Einbürgerungs-Systeme. Fälle wie der in Buchs zeigen, dass das System nicht funktioniert, es gibt eine Ungleichbehandlung.»

Es ist kein Einzelfall, sondern ein Symbol für die Problematik.
Autor: Cédric WermuthCo-Präsident SP Aargau

Daniel Hölzle, Präsident Grüne Aargau

«Einbürgerungen sollen von der Verwaltung vorgenommen werden. Politiker oder die Gemeindeversammlung sollten nichts zu Einbürgerungen zu sagen haben. Persönliche Differenzen dürfen keinen Einfluss auf den Entscheid haben.»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von M. Keller (MK)
    Aus welchen Gründen auch immer Einbürgerungsgesuche abgelehnt werden; es ist ein Mehrheitsentscheid bei einer Abstimmung. Warum sich Anwälte (ausser vielleicht aus Gewinnsucht?) und Gerichte sich vermehrt einmischen, ist für mich unverständlich. Und meiner Meinung nach klar gegen Demokratie und die Verfassung. Aber auch die jüngsten Abstimmungen auf kantonaler wie auch nationaler Eben zeigen; der Wille des Volkes ist nichts mehr Wert und damit wird auch die Demokratie immer mehr unterwandert.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Dieser "merkwürdige" (und medial völlig einseitig ausgeschlachteter) Einzelfall in Buchs wollen nun die Linken national ideologisch "ausnützen"! Es ist zu hoffen, dass an der sonst rechtsstaatlich und richtigen Einbürgerungs-Praxis jetzt nicht mit unüberlegten "Schnellschüssen" (noch mehr, noch einfacher einbürgern!) der Schweizerpass noch schneller verteilt wird. Viele einbürgern ist nicht der Weg, um diese sofort durch neue Migranten zu ersetzen (der hohe Ausländeranteil zu bagatellisieren)!
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