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Von Dorf zu Dorf Fünf Dörfer, fünf Geschichten

Wie leben die Menschen in den Aargauer und Solothurner Dörfern? Was macht das Dorfleben aus? SRF trifft Dörfler.

  • 1. Doris und Cäsar Vögeli – eine Dorfromanze

    Gut 5000 Menschen leben in der Solothurner Gemeinde Hägendorf. Unter ihnen: das Ehepaar Vögeli. In Hägendorf wachsen beide auf, in den 1960er Jahren lernen sie sich kennen. Aus der jungen Liebe wird eine Dorfromanze. Eine, die Hürden zu meistern hat. So können sich die Verliebten damals in einem Dorf wie Hägendorf nur heimlich treffen. Hinzu kommt, dass der katholische Vater von Cäsar seine Mühe hat mit Doris, die reformiert ist. Die Liebe der beiden ist aber grösser als die Unwegsamkeiten. Die beiden heiraten. Das ist nun 50 Jahre her. Noch immer sind sie glücklich.

  • 2. Roger Fricker – mit dem Postauto von Dorf zu Dorf

    674 Meter über Meer liegt das Benkerjoch, ein Pass auf einer Jurahöhe zwischen Aarau und Frick. Hier verkehrt die Postautolinie 136 und auf eben dieser Linie ist Postautochauffeur Roger Fricker seit bald 30 Jahren unterwegs. Vom Benkerjoch geht es hinunter ins Fricktal: Oberhof, Wölflinswil, Wittnau, Gipf-Oberfrick, Frick. Wer denkt, dass das Postauto hier ab und zu leer verkehrt, der liegt allerdings falsch. «Früher gab es das noch, heute aber praktisch nicht mehr», stellt Fricker klar, der auch noch Gemeindeammann von Oberhof ist. Er kennt die Dörfer auf der Linie 136 gut, ebenso die Menschen, die hier ein- und aussteigen. Und er stellt fest: «Es gibt grosse Unterschiede von Aarau bis nach Frick.»

  • 3. Familie Kummli – die Vereinsmeier von Subingen

    Im solothurnischen Subingen, nur gerade ein paar Kilometer von der Stadt Solothurn entfernt, wohnen 3000 Menschen. Wer hier aufwächst, der wächst mit einem Verein auf. Denn Subingen hat ein besonders aktives Vereinsleben. Die Feuerwehr, der Fussballclub, der Turnverein: sie alle prägen das Dorf. So ist jeder sechste Subinger Mitglied im Turnverein, den es seit bald 100 Jahren gibt. Besonders gut vertreten ist die Familie Kummli. 17 Kummlis turnen hier – vom Kleinkind bis zum Senior. Geselligkeit und Freude stehen im Vordergrund. Aber nicht nur. Wer in Subingen eine politische Karriere anstrebe, müsse eigentlich schon in mindestens einem Verein sein, sagen die Kummlis.

  • 4. Stefan Ulrich – dörfliches Leben in einem städtischen Quartier

    Stefan Ulrich ist Redaktor beim Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Er lebt mit seiner Familie in der Stadt Baden, im Quartier Martinsberg, und findet: «Ich lebe dörflicher hier in der Stadt als in jedem Dorf.» Dörfliches Leben heisst für ihn: einen Bäcker in der Nähe haben, ein Restaurant, eine Postfiliale, und Menschen, die er kennt und mit denen er einen Schwatz halten kann. Das alles habe er in seinem städtischen Quartier. Im Gegensatz dazu stehe das kleine Dorf, in dem er aufgewachsen ist. Tausend Einwohner. Heute gebe es dort lediglich noch einen Laden. Sein persönlicher Eindruck: Die Dörfer werden immer leerer, die Leute zieht es in die Stadt. Seiner Meinung nach ist in den Stadtquartieren das Leben häufig dörflicher als in den Dörfern.

  • 5. Denise Gloor – so lebt es sich ohne Krippe im Dorf

    Holziken ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, auch dank seiner Lage direkt an der Autobahn A1. Trotzdem gehört Holziken mit seinen rund tausend Einwohnern eher zu den kleineren Dörfern im Aargau und kann nicht alles anbieten. Zum Beispiel gibt es hier keine Kinderkrippe. Wie ist das für die Holziker Familien? Denise Gloor ist zweifache Mutter und engagiert sich im Elternverein und Kinderturnen. Ein Besuch bei ihr zeigt: Es braucht private Initiative und viel Organisation. «Dass wir keine Krippe haben, ist schon ein Nachteil und macht es etwas kompliziert.» In Holziken spannen die Eltern zusammen, hüten die Kinder der anderen, und auch die Grosseltern werden eingebunden.

Von Dörfler zu Dörfler, die Radiobeiträge des Regionaljournals

Die Fernsehberichterstattung von «Schweiz aktuell» in voller Länge