Basel appelliert an eidgenössische Solidarität bei Erdbeben

Der Grosse Rat hat beschlossen, dass der Kanton eine Standesinitiative für eine Erdbebenversicherung einreicht.

Seismogramm zeigt Kurve eines Erdbebens

Bildlegende: Seismogramm zeigt Ausschlag eines Erdbebens vom 22. Juni 2004 von der Stärke 4,1 auf der Richterskala in der Region B... Keystone

Mit 60 gegen 20 Stimmen war der Antrag auf eine Standesinitiative im Rat breit abgestützt. Einzig die FDP äusserte sich ablehnend, allerdings mit dem Argument, eine Standesinitiative habe keine Wirkung. Das Problem sei bekannt, ebenso die Basler Forderung.

Die Ratsmehrheit war jedoch der Überzeugung, dass Basel mit dem höchsten Erdbebenrisiko in Bern ein Zeichen setzen müsse. Eine Standes-Initiative werde zwar kaum mehr Erfolg haben, als die bisherigen Vorstösse und Bemühungen, aber: «Steter Tropfen höhlt den Stein», wurde etwa gesagt.

«  Ich erinnere mich nicht, wann in Basel die letzte Lawine niedergegangen ist. Und trotzdem beteiligen wir uns an der Lawinenversicherung. »

Dieter Werthemann
Grossrat GLP

Das Problem sei vielleicht, dass es nur selten grosse Erdbeben gebe. Deshalb werde das Problem immer wieder zur Seite geschoben, vermutete die Liberale Christine Wirz. Beklagt wurde von verschiedenen Ratsmitgliedern, dass es beim Thema Erdbeben keine nationale Solidarität gebe. Die meisten Kantone seien nicht davon betroffen, deshalb interessiere es sie nicht.

Kritisiert wurde vor allem der Kanton Zürich, der im eidgenössischen Parlament ein grosses Gewicht habe. «Die Zürcher verhindern alles, was sie nicht direkt betrifft», polterte der Grünliberale Dieter Werthemann. Aber wenn es darum gehe, den Atommüll zu entsorgen, dann solle Basel auch mit zahlen, ebenso bei der Lawinenversicherung: «Ich erinnere mich nicht, wann in Basel letztmals eine Lawine niedergegangen ist», so Werthemann.

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