Zum Inhalt springen

Bern Freiburg Wallis Kein Plagiat: Urs Mannhart darf seinen Roman wieder verkaufen

Der Berner Autor hat das Urhebeerrecht doch nicht verletzt, die Klage gegen ihn ist vom Tisch. Er freut sich für seinen Roman und für die Literatur.

Urs Mannhart liest
Legende: Urs Mannhart bei einer literarischen Wanderung anlässlich des Literaturfestivals Leukerbad 2015. Michael Sahli/SRF

Der österreichische Journalist Thomas Brunnsteiner hatte Urs Mannhart vorgeworfen, er habe aus seinen Reportagen abgeschrieben. Aufgrund dieser Plagiatsklage verhängte das Zürcher Handelsgericht im September 2014 einen vorläufigen Auslieferungs- und Werbestopp für Mannharts Roman «Bergsteigen im Flachland».

Nun ist die Klage vom Tisch, wie Mannharts Verlag mitteilt. In einer Vergleichsverhandlung am Handelsgericht Zürich habe Thomas Brunnsteiner seine Klage vollständig zurückgezogen. Er habe sich darüber hinaus verpflichtet, Urs Mannhart und dem Secession Verlag 20'000 Franken Schadenersatz zu zahlen.

Wichtig für die Literatur
Autor: Urs MannhartAutor

Der Berner Autor reagiert in einer schriftlichen Erklärung «ungemein erleichtert»: Ein Albtraum habe ein Ende gefunden. «Ich freue mich für meinen Roman, aber auch für die Literatur insgesamt», schreibt Urs Mannhart. Dass sein Buch nun unverändert verkauft werden dürfe bedeute auch, dass es weiterhin möglich sei, literarisch so zu arbeiten. «Gerade für Romane, die eine dokumentarische Absicht verfolgen, in denen also die Historie mehr ist als blosse Kulisse, ist es ungemein wichtig, mit Motiven aus nicht-fiktionalen Quellentexten arbeiten zu können.»

Für Fehler entschuldigt

Er sei auch froh, dass der Journalist Thomas Brunnsteiner seine im Juli 2014 geäusserte Entschuldigung nun «endlich angenommen» habe, schreibt Urs Mannhart. «Ich hatte während der Arbeit an meinem Roman stillschweigend Brunnsteiners Wohlwollen vorausgesetzt, neben zahlreichen anderen Quellen auch seine Reportagen als Grundlage für meine Fiktion zu verwenden - das war ein Fehler, für den ich mich entschuldigt habe.»

Wegen des Werbeverbots konnte sich Urs Mannhart mit seinem Buch «Bergsteigen im Flachland» nicht für Literaturpreise bewerben. Jetzt darf der Roman über Ereignisse im Europa der 1990er-Jahre wieder verkauft werden.

Urs Mannhart publizierte 2004 den Roman «Luchs» und 2006 «Die Anomalie des geomagnetischen Feldes südöstlich von Domodossola». «Bergsteigen im Flachland» ist sein dritter Roman.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Da hat Urs Mannhart Glück gehabt, es hätte auch anders ausgehen können. Mit Urheberrechten und Plagiatsvorwürfen ist nicht zu spassen, da geht es bald einmal um Millionenbeträge, nicht nur im Musikbereich, sondern auch in der Literatur. Das habe ich selbst einmal erfahren, als ich den Verlag fragte, der noch bis Ende 2027 die Urheberrechte für Sibelius besitzt, ob ich die Finlandia-Melodie für ein Projekt verwenden dürfe, und mir das verweigert wurde. Fazit: Lieber vorher fragen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen