Weggesperrt: Fürsorgerische Zwangsmassnahmen in Graubünden

Zwangsadoptionen, Sterilisation, Fremdplatzierungen. Ein Forschungsprojekt soll dieses düstere Kapitel der Bündner Geschichte aufarbeiten. Bis in die 1980er-Jahre wurden Menschen Opfer von Zwangsmassnahmen des Staates, sei es aus ökonomischen oder moralischen Überlegungen.

Das rund einjährige Forschungsprojekt will die Grundlagen schaffen, damit die Geschichte der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen aufgearbeitet werden kann.

Folgende Schwerpunkte setzt die Studie:

  • Gesetzliche Grundlagen der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen: Worauf stützten sich die Behörden, wenn sie zum Beispiel einer Frau ihr uneheliches Kind wegnahmen?
  • Zuständige Behörden: Wer entschied, welche Ressourcen hatten die Behörden, was leitete sie bei ihren Entscheiden?
  • Überblick über die Zahl der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen.
  • Überblick über die Akten zu den Fällen in Graubünden.

Für historische Studien speziell ist die Ausschreibung via die öffentliche Plattform simap.ch. Das Projekt soll Ende 2016 abgeschlossen sein.

Das Kostendach liegt bei 190'000 Franken. In Auftrag gegeben hat die Studie die Bündner Regierung Ende 2014.

Das Forschungsprojekt

Interessierte Historikerinnen und Historiker können die Ausschreibungsunterlagen unter folgendem Link beziehen.