Teufen: Ein umstrittener Tunnel

Die Verkehrssituation im Zentrum von Teufen lässt seit Jahren zu wünschen übrig. Die Appenzeller Bahn fährt hier teilweise auf der Strasse. Das führt regelmässig zu Unfällen. Ein Tunnel soll die Situation entschärfen. Der Vorschlag ist aber umstritten.

Appenzeller Bahn im Zentrum Teufen

Bildlegende: Enge Verhätnisse Naht die Bahn, wird es eng. SRF

Im Zentrum von Teufen müssen sich die Appenzeller Bahn, Auto- und Velofahrer sowie Füssganger die Strasse teilen. Eine gefährliche Situation, welche die Gemeinde seit Jahren zu entschärfen sucht. Nun liegt ein Projekt für einen Tunnel zwischen der Haltestelle und dem Bahnhof vor. Kostenpunkt: rund 65 Millionen Franken.

Verkehrsberuhigung statt Tunnel

Davon müsste die Gemeinde 30 Millionen übernehmen. Zu viel, findet der Teufner Gemeinderat. Er empfiehlt, das Kreditgesuch abzulehnen. «Machen wir diese Investition, werden wir die Finanzplanung der kommenden Jahre überarbeiten und an andern Orten Abstriche machen müssen», sagt Gemeindepräsident Walter Grob. Für den Tunnel machten sich kurz vor der Abstimmung verschiedene Bürger per Flugblatt stark. Andere namhafte Gruppierungen haben sich bislang nicht öffentlich hinter das Projekt gestellt.

Der Gemeinderat favorisiert dagegen eine Doppelspurlösung. Auf der Strasse sollen in beiden Fahrtrichtungen Gleise verlegt werden, so dass die Appenzeller Bahn in beiden Richtungen wie ein Tram unterwegs ist. Dies entschärfe nicht nur die gefährliche Verkehrssituation. «Damit kommt es auch zu einer Verkehrsberuhigung, weil die Autos langsam hinter dem Tram herfahren müssen.» Der Effekt sei mehr Lebensqualität.

Ein weiterer Vorteil: Die Kosten von 26 Millionen Franken für die Doppelspurlösung würde der Bund übernehmen. Am 18. Januar stimmen die Bürger über den 30-Millionen-Kredit für den Tunnel ab. Wird der Tunnel abgelehnt, arbeitet der Gemeinderat die Doppelspurlösung aus.

Der Tunnel hat auch Freunde