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Urteil Calandawölfe Ungefährliche Wölfe zum Abschuss freigegeben

Zwei Calanda-Jungwölfe waren nicht gefährlich. Zu diesem Schluss ist nach dem Bündner nun auch das St. Galler Verwaltungsgericht gekommen. Die Abschussbewilligung wurde Ende 2015 voreilig erteilt.

Jungwölfe des Calandarudels tappten 2014 in eine Fotofalle.
Legende: Jungwölfe des Calandarudels tappten 2014 in eine Fotofalle. Amt für Jagd und Fischerei Graubünden

Die Vorgeschichte: Die Kantone St. Gallen und Graubünden hatten vor Weihnachten 2015 mit Zustimmung des Bundes eine Abschussbewilligung für zwei Calanda-Jungwölfe erteilt. Wegen des milden Winters tauchte das Wolfsrudel allerdings nur noch selten in Siedlungsnähe auf. Es konnte kein Wolf geschossen werden.

Im Juni 2016 hatte das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden die Abschussbewilligung als nicht verhältnismässig erachtet.

Der neuste Entscheid: Auch das St. Galler Verwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass durch die Calanda-Jungwölfe keine erhebliche Gefährdung des Menschen festgestellt werden konnte. Die Abschussbewilligung sei deshalb vorschnell erteilt worden, die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Bestandsregulierung seien nicht erfüllt gewesen. Das Verwaltungsgericht ist auf eine Beschwerde des WWF Schweiz eingetreten.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Th. Morino (Free)
    Habe eine Zeitlang im Yukon Territorium gelebt. Dort werden Wölfe nur bei direkter Bedrohung, in besonders strengen Winter geschossen. Manchmal werden ihnen auch aus Respekt zur Natur, Nutztiere "gespendet". Gleiches Recht für alle (Tiere inkl.). Was wir hier an Wölfen in der Schweiz haben, wäre eher ein Segen für die Natur, die paar Nutztiere sind bei Weitem zu entbehren. Das EGO der Menschen ist bei uns weit ausgeprägter. Und: Welches Kind würde Wölfe wohl beim fressen stören? Lächerlich...
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Hoffentlich prüft man nächstes Mal genauer, bevor man Abschussbewilligungen erteilt. Obwohl es in Europa an manchen Orten einzelne Rudel gibt, sind keine ernsthaften Zwischenfälle mit Menschen bekannt. Dass ein Wolf ab und zu ein Tier reisst, gehört zu seiner Natur. Im Gegensatz zu gewissen Wallisern sehe ich bei Bündnern durchaus Hoffnung, Vernunft und gesunden Menschenverstand.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Die Bündner scheinen nicht gerade Tierfreunde zu sein.
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