«Bonzensteuer»: Initianten sind nicht enttäuscht

Mit fast 62 Prozent Nein-Stimmen haben die Stimmberechtigten im Kanton Zürich die JUSO-Initiative bachab geschickt. Trotzdem freuen sich die Initianten: Sie hätten gar nicht mit so vielen Ja-Stimmen gerechnet.

Die Initiative hat über die Zürcher Kantonsgrenzen eine Diskussion ausgelöst.

Bildlegende: Die Initiative hat über die Zürcher Kantonsgrenzen hinaus eine Diskussion ausgelöst. Keystone

Klar hätte sich Anna Serra gefreut, wenn die «Bonzensteuer»-Initiative angenommen worden wäre. Aber die Co-Präsidentin der JUSO Kanton Zürich ist trotzdem nicht enttäuscht über die Abfuhr: «Wir hätten überhaupt nicht erwartet, dass wir 38 Prozent Ja-Stimmen bekommen. Das ist eine ziemliche Überraschung für uns», sagt sie gegenüber «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Man müsse das Ergebnis auch im Vergleich mit dem JUSO-Wähleranteil sehen, so Serra. Die JUSO sei eine 1,5-Prozent-Partei. Eine Zustimmung von 38 Prozent zeige, dass die Initiative auch bei bürgerlichen Wählerinnen und Wählern angekommen sei. Ausserdem sei es ein Erfolg, dass die Initiative eine grosse Diskussion ausgelöst habe.

«Soziales Steuersystem bestätigt»

Die Bürgerlichen freuen sich über die Ablehnung der «Bonzensteuer». Die SVP spricht von einer «sozialistischen und klassenkämpferischen Neid-Steuer». Das Zürcher Stimmvolk habe das soziale Steuersystem des Kantons Zürich eindrücklich bestätigt und dem angeblichen sozialistischen Propagandaschlager eine Abfuhr erteilt.

Die FDP ist ebenfalls erleichtert. Ein Ja zur Vorlage hätte den Kanton Zürich geschwächt und Arbeitsplätze bedroht, erklärte FDP-Präsident Beat Walti.

Regierungsrat: Ja-Stimmen-Anteil nicht überraschend

Die Stimmberechtigten hätten erkannt, dass die Vermögenden im Kanton Zürich schon heute hoch besteuert würden, erklärte Finanzdirektorin Ursula Gut. Es erstaune sie allerdings nicht, dass der Ja-Stimmen-Anteil mit 38 Prozent beachtlich ausfiel. Es habe sich schon bei der Abzocker-Initiative gezeigt, dass ein gewisses Unbehagen bei der Bevölkerung vorhanden sei.