Der Flughafen Zürich will wachsen - nur wo?

In Kloten sind die Möglichkeiten beschränkt. Deshalb möchte der Flughafen Zürich im Ausland wachsen. In Lateinamerika gelingt das. In Europa jedoch hapert's. Jüngstes Beispiel ist Nizza. Hier hat sich der Flughafen zurückgezogen, jedoch nicht wegen des Terrors, sondern wegen der Wirtschaftlichkeit.

Ein Bagger, dahinter ein Flugzeug mit Schweizer Kreuz.

Bildlegende: In Zürich-Kloten hat's kaum mehr Platz zum Bauen und Wachsen. Keystone

12 Millionen Passagiere landeten und starteten im letzten Jahr in Nizza. Der Flughafen ist der drittgrösste des Landes, und der Flughafen Zürich interessierte sich für dessen Betrieb. Piste, Infrastruktur, Läden - für all dies wäre der Flughafen Zürich verantwortlich gewesen. Doch nun haben sich die Verantwortlichen gegen ein Engagement entschieden.

«Es war ein rein wirtschaftlicher Entscheid», sagt Finanzchef Daniel Schmucki. Mit den Terroranschlägen habe dies nichts zu tun. Der Flughafen hätte schlicht zu wenig verdient.

Europa als schwieriges Pflaster

Es ist nicht das erste Engagement des Flughafens Zürich in Europa, das nicht klappt. In Portugal haben die Schweizer den Zuschlag nicht erhalten. In London City haben sie sich selbst zurückgezogen. Die Situation in Europa sei schwieriger als anderswo auf der Welt. «Das Wachstumspotential ist beschränkt», sagt CFO Daniel Schmucki.

Doch wachsen will der Flughafen unbedingt. Und die Möglichkeiten in Zürich-Kloten sind beschränkt. Der Flughafen hat sich deshalb in den letzten Jahren an diversen Flughäfen in Südamerika und Asien beteiligt. Die nächste Chance bietet sich in Brasilien, wo dieses Jahr gleich vier Flughäfen privatisiert werden.

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