Ein Steilpass für das Hardturm-Stadion

Private Investoren dürfen auf dem Hardturm-Areal eigene Pläne realisieren. Das freut den Gemeinderat, der dies erst letzte Woche forderte. Von links bis rechts gibt es deshalb viel Lob für die Kehrtwende des Stadtrates. Den Bürgerlichen gibt es allerdings immer noch zu viele Vorschriften.

Blick auf die alte Tribüne des Hardturm-Stadtions in Zürich

Bildlegende: Der Hardturm: Seit Dezember 2008 eine Ruine. Auch mit den neuen Plänen wird der Ball nicht vor 2020 rollen. Keystone

Von links bis rechts sind sich die Parlamentarier im Zürcher Gemeinderat einig: Der Stadtrat hat gut daran getan, die Vorschriften für private Investoren auf dem Hardturm-Areal zu lockern.

«Einen Schritt näher am Stadion»

Erst letzte Woche hatte Gemeinderat Samuel Dubno von den Grünliberalen einen entsprechenden Vorstoss eingereicht. Dass er heute bereits erfüllt ist, freut ihn besonders: «Vorher wären die Rahmenbedingungen deutlich zu eng gewesen.» Jetzt könne der Bauherr über das ganze Areal verfügen und eigene Pläne für ein Stadion und Wohnungen realisieren. Dubno ist deshalb überzeugt: «Wir sind einen Schritt näher am Stadion.»

Zankapfel kommunale Wohnsiedlung

Nicht nur glücklich sind die bürgerlichen Parteien SVP und FDP. Sie hatten sich letzte Woche dagegen gewehrt, dass der Vorstoss mit einem Zusatz der SP ergänzt wird, der verlangt, dass zum Projekt zwingend eine kommunale Wohnsiedlung gehören muss. «Das ist ein Bremsklotz für die Investoren», ist Mauro Tuena von der SVP überzeugt. Für links-grün gibt es jedoch an der Wohnsiedlung nichts zu rütteln: Schliesslich hätten die Zürcherinnen und Zürcher im letzten Herbst mit grossem Mehr JA zur Wohnsiedlung gesagt. «Für uns wäre es falsch, wenn es am Schluss ein Stadion ohne Wohnsiedlung gäbe», sagt Min Li Marti von der SP.

Ein erster Härtetest für das Stadion

Noch wird aber nicht über konkrete Projekte gestritten: Als nächstes wird der Gemeinderat über einen Kredit von einer Million Franken befinden müssen. Dieses Geld beantragt der Stadtrat, um den Investoren-Wettbewerb durchführen zu können. Dies wird noch im November zum ersten Härtetest für das Stadion: Sagt der Gemeinderat nein dazu, dürfte ein Stadion einmal mehr in weite Ferne rücken.