Gleich zwei Strompannen in Zürich

Ein Stromausfall hat am Montagmorgen den Zürcher Stadtkreis 3 während 90 Minuten lahm gelegt. Betroffen waren auch die Berufsfeuerwehr und das Hallenbad City. Wenig später fiel der Strom in den Stadtkreisen 4, 5 und 10 aus. Dennoch: Das Zürcher Stromnetz sei nicht instabil, heisst es beim EWZ.

Hallenbad innen

Bildlegende: Das Hallenbad City blieb wegen der Strompanne bis am Mittag geschlossen. Keystone

Kurz vor neun Uhr am Montagmorgen fiel in Teilen des Zürcher Stadtkreises 3 der Strom aus. Betroffen waren vor allem Wiedikon und das Werd-Gebiet. Auch Schutz&Rettung Zürich meldete, das Feuerwehrdepot an der Manessestrasse sei ohne Elektrizität. Dank eines Notstromaggregats konnte die Zürcher Brandwache ihren Betrieb allerdings regulär aufrechterhalten. Sogar die Kaffeemaschine funktioniere, twitterte die Feuerwehr.

Die Redaktion des Tages Anzeigers musste ihre Arbeit vorübergehend einstellen. Um zehn Uhr twitterte der Tagi zwar, der Strom sei wieder da, doch die Freude war nur von kurzer Dauer: Er fiel danach erneut aus. Nach rund 90 Minuten gingen Licht und Computer wieder an. Das Zürcher Elektrizitätswerk EWZ hatte die Ursache gefunden und behoben. Schuld am Stromausfall trug laut EWZ ein technischer Defekt. Der Überlastungsschutzschalter eines Geschäftshauses hatte mehrere Trafo-Stationen ausgeschaltet.

Folgen für Hallenbad City

Das Hallenbad City blieb vorübergehend geschlossen. Da die Wasseraufbereitung und die Lüftung anderthalb Stunden ausgefallen seien, habe die Anlage vorerst wieder eine Zeit lang laufen müssen, bis man den Badebetrieb erneut habe aufnehmen können, hiess es auf Anfrage des «Regionaljournals». Am Mittag konnte das grösste Hallenbad der Stadt Zürich wieder geöffnet werden.

Zweite Panne in drei Stadtkreisen

Nach elf Uhr ereignete sich dann die zweite Panne: Diesmal fiel der Strom in weiten Gebieten der Stadtkreise 4, 5 und 10 während einer guten Stunde aus. Schuld war hier ein Kurzschluss im EWZ-Unterwerk Herdern. Betroffen waren rund 4500 Stromkunden, dies vor allem im Gebiet der Pfingstweidstrasse. Stromlos war deshalb auch das Toni-Areal, das die Zürcher Hochschule der Künste beherbergt. Gemäss EWZ hatten die beiden Stromausfälle nichts miteinander zu tun. Dass sie kurz nacheinander auftraten, sei ein unglücklicher Zufall gewesen.

Warntafel "Achtung Hochspannung" vor Transistoren

Bildlegende: Am Puls der Stadtzürcher Stromversorgung: Augenschein im EWZ-Unterwerk Hönggerberg. SRF

Zürcher Stromnetz trotz allem stabil

Ein Besuch im EWZ-Unterwerk Hönggerberg zeigt: Es gibt viele Gründe, weshalb der Strom ausfallen kann. Eichhörnchen fressen Kabel an, Pflanzen verstopfen Lüftungsschlitze, Bauarbeiter bohren in Leitungen. «Ein Unterwerk ist wie ein Autobahnknoten», sagt Benedikt Löpfe vom EWZ. «Wenn da etwas passiert, merken es viele.» 15'000 Haushalte sind ans Unterwerk angeschlossen.

Im vergangenen Jahr fiel der Strom in der Stadt Zürich durchschnittlich zwei Mal pro Woche aus, meist allerdings nur kurz. Das klinge nach viel, sei aber nicht mehr als in anderen Städten, sagt Benedikt Löpfe. Den Vorwurf, das Zürcher Stromnetz sei instabil, lässt er deshalb nicht gelten.