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Zürich Schaffhausen Gubrist-Ausbau: «Der Erfolg vor Gericht ist eine Genugtuung»

Seit der Bund bekannt gegeben hat, dass er den Gubrist-Tunnel und den Nordring ausbauen will, kämpft Weiningen gegen den Lärm. Nun hat die Gemeinde vor Bundesgericht einen Sieg errungen: Der Bund muss erneut prüfen, ob der Autobahn-Anschluss verschoben werden kann.

Stau vor dem Gubrist-Tunnel
Legende: Kaum je eine Staumeldung ohne den Gubrist. Nun will der Bund Autobahn und Tunnel ausbauen. Keystone

Kann der Autobahnanschluss Weiningen um 600 Meter verschoben - oder gar gestrichen werden? Diese Frage muss das Bundesamt für Strassen (Astra) neu klären, nachdem das Bundesgericht am Freitag einer Beschwerde der Gemeinde Weiningen gutgeheissen hat.

Hintergrund der Beschwerden ist der Ausbau des Nordrings auf einer Länge von zehn Kilometern von vier auf sechs Spuren und der Bau einer weiteren Tunnel-Röhre durch den Gubrist.

Nicht unbedingt teurer

Wie das Bundesgericht in seinem Entscheid festhält, hätte eine Verschiebung des Autobahnanschlusses durchaus Vorteile. So würde sich der Stauraum vergrössern, und die Radien für die Anschlüsse könnten entsprechend den geltenden Normen eingehalten werden. Auch beim Argument der Mehrkosten folgt das Bundesgericht nicht dem Astra. Weil der Anschluss ohnehin neu erstellt werden muss, sei nicht zwingend davon auszugehen, dass das Projekt damit wesentlich teurer würde.

Das Bundesgerichtsurteil ist ein Erfolg für Weiningen - und für seinen Gemeindepräsidenten, Hanspeter Haug. «Der Entscheid ist eine Genugtuung», sagt er. Seit neun Jahr kämpfe er für eine gute Lösung.

Wir haben mit unseren Einsprachen 80 Prozent unserer Ziele erreicht.
Autor: Hanspeter HaugGemeindepräsident Weiningen

Denn von fünf Prozessen hat die Gemeinde vier gewonnen - und in einem einen Kompromiss ausgehandelt: Weiningen verlangte einen 270 Meter langen Deckel über die Autobahn, geeinigt hat man sich auf 100 Meter.

Der Sieg von Weiningen bedeutet allerdings, dass die Autofahrerinnen und Autofahrer sich noch länger mit dem Stau am Gubrist herumschlagen müssen. Denn der Tunnel wird frühesten 2022 fertig, der Spurausbau nicht vor 2025.

3 Kommentare

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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    Eigentlich ist es schon sehr bedenklich wenn erwachsene Personen es nicht schaffen ohne Gang zum Bundesgericht, gemeinsam eine gangbare Lösung zu erarbeiten. So werden nicht nur Jahre vergeudet sondern auch ein Haufen Geld für Rechtsgelehrte und dauernde Planungsanpassungen. Das Bundesgericht wäre sicherlich um eine Entlastung froh, um wirklich dringende Aufgaben zu erledigen !
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  • Kommentar von M. Steiner, Winterthur
    Hört endlich auf, über diese Mist zu streiten, sondern fangt an, zu bauen!!! Der weininger Weinkrampf hält das ganze Vorhaben auf, ihr werdet langsam zur Hasszielscheibe.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Aber nur für diejenigen wie z. B aus Winterthur! Ich freue mich für Weinigen. Und es sind nicht sie, welche das ganze Vorhaben aufhalten, sondern die sture Haltung der Astra, die einfach unbedingt ihr Ding durch ziehen wollten. Weinigen hat gute Alternativen angeboten. Die Astra hätte darauf eingehen sollen & das Problem am Gubrist wäre schon längstens gelöst.
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