Milieu-Affäre: Die Lehren der Zürcher Stadtpolizei

Vor gut zwei Jahren wurden im Milieu-Lokal Chilli's fünf Stadtpolizisten verhaftet. Der Vorwurf: Gefälligkeiten gegen Sex. Nun sind die Ermittlungen gegen einen Polizisten abgeschlossen. Und die Stadtpolizei zieht Lehren: Vorgesetzte und Mitarbeiter werden besser geschult. Doch dies ist nicht alles.

Eine Leuchtreklame mit einer nakten Frau.

Bildlegende: Polizisten, die bei der Sitte arbeiten, brauchen Kontakte im Milieu. Doch zu viel Nähe ist gefährlich. Keystone

Bereits kurz nach den Verhaftungen von fünf Polizisten im November 2013 sagte Polizeikommandant Daniel Blumer, die Polizisten hätten «eine ungesunde Nähe zum Milieu». Doch wo liegt die Grenze?

«Eine gewisse Nähe ist unumgänglich», sagt Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, auf Anfrage des «Regionaljournals». «Die Frage, wo diese beginnt und wo sie aufhört, haben wir sehr genau angeschaut.» Denn die Werte der Polizisten, die Nähe und Distanz, seien nach wie vor ein heikles Thema.

Ein Führungsproblem

Die Stadtpolizei hat die Vorfälle bei ihren Sitten-Polizisten also genau angeschaut. Und kommt zum Schluss: «Derartiges Fehlverhalten ist stets ein Führungsproblem.» Fehlen die Führung und die Kontrolle, merke der Vorgesetzte nicht, wenn etwas schief laufe. Deshalb sei die Frage nach Nähe und Distanz zum Milieu heute ein fester Bestandteil der Gespräche mit der Führung. Aber auch bei der Ausbildung der Polizisten.

Zudem hat die Stadtpolizei jene Abteilung gestärkt, die Fehlverhalten von Polizistinnen und Polizisten aufdecken und untersuchen soll. Sie ist neu direkt dem Kommandanten unterstellt, damit dieser möglichst schnell auf Probleme aufmerksam wird und eingreifen kann.