«Spätestens beim ersten Schnee kommen die Passagiere»

Am 15. Dezember beginnt in Schaffhausen ein neues Eisenbahnzeitalter: Die Deutsche Bahn und die SBB betreiben ab dann die neue S-Bahn durch das Klettgau. Die auf Doppelspur ausgebaute und elektrifizierte Bahn verbindet Trasadingen mit der Stadt Schaffhausen teilweise im Viertelstundentakt.

Zugsausfälle, Pannen und Verspätungen sorgten nach der Wiederinbetriebnahme der ausgebauten Bahnstrecke im Oktober zwar für negative Schlagzeilen. Doch diese Probleme seien nun behoben, ist der Koordinator für Öffentlichen Verkehr im Kanton Schaffhausen, Patrick Altenburger, überzeugt: «Die Bahn wird fahren. Die letzten Mängel wurden behoben und alle Testfahrten liefen erfolgreich.»

Altenburger ist auch sicher, dass die Schaffhauser S-Bahn ein Erfolg wird und viele Klettgauer Pendler künftig aufs Auto verzichten werden. «Ich glaube an einen Schnuppereffekt. Die Leute wollen wissen, ob's funktioniert. Und spätestens beim ersten Schnee werden viele vom neuen Bahnangebot gerne Gebrauch machen», zeigt sich Altenburger gegenüber dem "Regionaljournal Zürich Schaffhausen" überzeugt.

Bahnstation Neunkirch trübt die Freude

Ein Wermutstropfen ist die Kritik an der Bahnstation Neunkirch. Dort fehlt eine Unterführung für die Bahnpassagiere. Diese sind gezwungen, frühzeitig vor der Einfahrt des Zuges auf dem Perron zu sein, ansonsten sie vor geschlossener Barriere stehen. Gemäss Altenburger ist dies aber keine Fehlplanung. Man habe vielmehr aus Kostengründen auf eine Unterführung verzichtet. Die Gemeinde Neunkirch suche jetzt aber gemeinsam mit der DB nach einer Lösung.

Die Schaffhauser S-Bahn kostete rund 75 Millionen Franken. Neben dem Klettgauer Teil, der jetzt eröffnet wird, ist eine weitere Etappe geplant. Sie soll spätestens 2016 auch Thayngen und die deutsche Gemeinde Jestetten im Viertelstundentakt verbinden.