Umstrittene Initiative für das Nadelöhr Stadelhofen

Der Ausbau des pannenanfälligen Bahnhofs Stadelhofen ist unumstritten. Alle sind sich einig: Es braucht ein viertes Gleis. Die Initiative des VCS, die den Bau dieses Gleises vorantreiben will, erscheint aber nicht allen als gute Lösung.

Bahnhof Stadelhofen in Zürich

Bildlegende: Drei Gleise hat der Bahnhof Stadelhofen heute. Ein viertes Gleis soll das Nadelöhr entschärfen. Keystone

Rund 135 000 Passagiere benutzen den Bahnhof Stadelhofen pro Tag, er gehört damit zu den zehn meist frequentierten Bahnhöfen der Schweiz. Da er nur über drei Gleise verfügt, ist er gleichzeitig das Nadelöhr im Zürcher S-Bahn-Netz. Pannen führen unweigerlich zu Störungen in der ganzen Region mit Auswirkungen auf den Fernverkehr.

Soll der Kanton den Takt angeben?

Das Problem ist also bekannt, nur wie die Lösung aussehen soll, ist umstritten: Die Initiative des VCS, «Bahnhof Stadelhofen: pünktlich und zuverlässig» möchte den Ausbau mit einem vierten Gleis vorantreiben.

Obwohl eigentlich der Bund für Eisenbahnprojekte bezahlen muss, schlagen die Initianten vor, dass der Kanton Zürich zu einer «kantonalen Kreditvorlage» verpflichtet werden soll. Würde der Kanton den Bau initiieren, so die Rechnung des VCS, könnte das Projekt um zwei Jahre beschleunigt werden. Anstatt 2030 könnte ein viertes Gleis 2028 in Betrieb genommen werden.

Stiehlt sich der Bund aus der Verantwortung?

Der Regierungsrat wie auch der Kantonsrat lehnen die Initiative ab. Sie sind der Überzeugung, dass diese den Ausbau nicht sonderlich beschleunigt. Ausserdem sei der Ausbau beim Bund aufgegleist, die Finanzierung gesichert. Ein Vorpreschen aus Zürich mithin unnötig.

Über die Vorlage entscheidet das Zürcher Stimmvolk am 30. November.

Abstimmungsparolen

Ja: Grüne, Grünliberale

Nein: SVP, SP, FDP, EVP und EDU

Stimmfreigabe: AL