Von Affront bis mutig: die Reaktionen zur neuen Amtsverteilung

Dass der Alternative Richard Wolff neuer Polizeivorsteher der Stadt Zürich wird, polarisiert. Bei der SVP ist man entsetzt, ansonsten ist man überrascht, aber guten Mutes. Und auch der Verband der Polizisten ist zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit klappen wird.

Überraschung ist auch bei den Politikerinnen und Politikern die erste Reaktion auf die neue Departementsverteilung im Zürcher Stadtrat. Dass der Alternative Richard Wolff die Polizei übernimmt und der Grüne Daniel Leupi ins Finanzdepartement wechselt, hätte niemand gedacht.

Bei der Beurteilung dieser Rochade gehen die Meinungen allerdings weit auseinander. Ein Alternativer als Polizeivorsteher sei ein Affront, findet Roger Liebi, SVP-Präsident der Stadt Zürich. Min Li Marti, Fraktionschefin der SP im Zürcher Gemeinderat, spricht hingegen von einem «mutigen Entscheid des Zürcher Stadtrates». Und die Mitteparteien finden, es gebe keinen Grund, dass Richard Wolff die Aufgabe nicht meistern könnte.

Polizisten glauben an gute Zusammenarbeit

Der gleichen Meinung ist auch Werner Karlen, Präsident des Zürcher Polizeibeamtenverbandes: «Das Korsett für die Wahrung der Sicherheit in der Stadt ist ziemlich eng», sagt Werner Karlen gegenüber dem «Regionaljournal». Und auch Richard Wolffs Vorgänger aus der SP und der Grünen Partei hätten die Eskalation nach Demonstrationen, etwa am 1. Mai, nicht verhindern können. Werner Karlen erwartet also keine grosse Veränderung.

Saurer Apfel für Daniel Leupi

Richard Wolff übernimmt die Polizei, weil Daniel Leupi ins Finanzdepartement wechselt - und zwar widerwillig. Und genau das gibt zu reden, besonders bei seiner eigenen Partei, den Grünen: «Es ist für uns nicht nachvollziehbar, weshalb gerade Daniel Leupi wechseln musste», sagt Fraktionschef Markus Knauss. Min Li Martis Interpretation ist positiver: «Man hat Daniel Leupi wohl für den fähigsten Kandidaten gehalten.»