Zum Inhalt springen

Zürich Schaffhausen Wahlen 2015: Der Zürcher Kantonsrat rutscht deutlich nach rechts

Zum ersten Mal seit 1991 kann die FDP beim Wähleranteil zulegen und gewinnt damit acht zusätzliche Sitze im Parlament. Verluste gibt es dagegen für die Grünen und die Grünliberalen. Die Grünen verlieren sechs, die Grünliberalen fünf Sitze. SVP, FDP und CVP stellen im neuen Parlament die Mehrheit.

Plus 4,39 Prozent beim Wähleranteil – soviel legt die FDP bei den diesjährigen Wahlen im Kanton Zürich zu. Damit knüpfen die Zürcher Freisinnigen an die Erfolge ihrer Schwesterparteien in den Kantonen Baselland und Luzern an. Es ist für die Zürcher FDP der erste Wahlerfolg seit 1991.

Wirtschaftsthemen als Treibstoff für den Erfolg

Mit ihrem Erfolg bei den Wählerinnen und Wählern gewinnt die FDP acht zusätzliche Sitze im Kantonsparlament. «Ich kann mich nicht erinnern, dass wir je soviel zulegen konnten», freut sich Fraktionschef Thomas Vogel im Interview mit dem «Regionaljournal». Vor vier Jahren musste die FDP als grosse Wahlverliererin sechs Sitze abgeben. Diese Verluste macht sie bei den diesjährigen Wahlen mehr als wett.

Die Grossen bleiben stabil

Auch die SVP legt leicht zu (+0.39 Prozent). Damit kommt sie wieder über die 30-Prozent-Marke, bliebt aber bei ihren 54 Sitzen. Die SP gewinnt ebenfalls 0,36 Prozent Wähleranteil. Bei ihr schlägt sich dies in einem Sitzgewinn nieder.

Rückschlag für die grünen Parteien

Auf der Verliererseite stehen dagegen die ökologischen Parteien. Die Grünliberalen, die vor vier Jahren die grossen Gewinner waren, büssen beim Wähleranteil 2,63 Prozent ein und verlieren 5 Sitze. Ein regelrechtes Debakel erleiden die Grünen: Sie verlieren nicht nur ihren Sitz im Regierungsrat, sondern brechen auch beim Wähleranteil um 3,35 Prozent ein. Das schlägt sich im Verlust von sechs Sitzen im Parlament nieder.

BDP und EVP und EDU weiter im Parlament

Ungewiss war der Wahlausgang für die kleinen Parteien. Für sie stellt die 5-Prozent-Hürde eine Herausforderung dar. BDP und EDU büssten zwar Wähleranteile ein, haben aber die Hürde geschafft und bleiben im Parlament weiter vertreten. Die EDU verliert allerdings einen Sitz. Sogar zulegen konnte die EVP: Sie gewinnt ein Mandat.

Auch die AL weiter auf Erfolgskurs

Den grössten Erfolg darf bei den kleinen Parteien die linke Alternative Liste feiern. Sie legt beim Wähleranteil um 1,63 Prozent zu. Damit gewinnt sie zwei zusätzliche Sitze und ist erstmals im Parlament als eigene Fraktion vertreten.

Trotz diesem Erfolg rückt das Zürcher Parlament insgesamt aber nach rechts. SVP, FDP und CVP verfügen im neuen Parlament zusammen über 94 Sitze und damit über das absolute Mehr. Damit können sie ihre finanzpolitischen Vorstellungen durchbringen. Schwieriger dürften es in Zukunft dagegen die ökologischen Anliegen haben.

Sitzverteilung Kantonsrat Zürich 2011/2015


2011
2015+/-
SVP54540
SP3536+ 1
FDP2331+ 8
Grüne1913- 6
GLP1914- 5
CVP990
EVP78+ 1
BDP65- 1
EDU550
AL35+ 2

Wähleranteil Wahlen Kanton Zürich 2011/2015


2011
2015
SVP29.64 %
30.02 %
SP19.32 %
19.67 %
FDP12.93 %
17.33 %
Grüne10.57 %
7.22 %
GLP10.27 %
7.64 %
CVP4.86 %
4.88 %
EVP3.78 %
4.27 %
BDP3.64 %
2.62 %
EDU2.57 %
2.66 %
AL1.63 %
2.98 %

27 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Diese Windfahnen - Mitte FDP,CVP,GLP und restlichen ewig Gestrigen, wollen die klare Politikrichtung bodigen . Es gibt nur zwei relevante Kräfte in diesem Land , das ist die SVP und die SP , diese sogenannte derzeitige Mitte ist ein Brei, der wie Sand im Getriebe wirkt und dem Schweizer Büezer Milliarden kostet . Wann endlich wird dieses hinterhältige Spiel dieser Windfahnen vom Kleinen Mann durchschaut und an der Urne abgestraft ?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von L.Leuenberger, Zürich
    Fantasie und Fehler in der Sozialpolitik sind den Grünen zum Verhängnis geworden. Der bürgerliche Schulterschluss funktioniert vorläufig. Elektronische Abstimmungen können in Zukunft die Beteiligung optimieren, ein Teil der Bevölkerung resigniert immer mehr und traut der Politik nicht. Diese Politiker, die jetzt weiter nach noch mehr Wachstum schreien, mehr Arbeitsplätze für unkontrollierte Migration, bekommen es bei den nächsten Wahlen zu spüren. Die Kassen sind leer, Besinnung ist verlangt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Maurer, Flurlingen
    Nicht schlecht, aber ich kann immer noch nicht verstehen, wie jemand BDP oder SP wählen kann! Ich hoffe nun, dass das ein Gradmesser war, für die ganze Schweiz, und sich noch massiv verstärken wird. Wir müssen zurück, zu Hirn, zu verantwortungsvollem Handeln, Leistung muss bezahlt werden, Unrecht muss bestraft werden, Bürokratie muss abgebaut werden, Schweiz massiv aufräumen, wir sind kein Auffangbecken für die ganze Welt, und wir sind auch nur uns selber verpflichtet! Das CH-Volk regiert!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen