Winterthur: Erster Schritt Richtung Theater AG

Das Winterthurer Stadttheater steht vor einer ungewissen Zukunft: Am Montagabend hat das Parlament zumindest eine der offenen Fragen geklärt: Das Theater Winterthur soll in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft umgewandelt werden.

Ein graues Gebäude, Aufschrift vorne: Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein.

Bildlegende: Soll bald als AG funktionieren: Das Theater Winterthur mit Restaurant (von der Rückseite her betrachtet). SRF

Mit rund 800 Plätzen ist es das grösste Gastspieltheater der Schweiz, das Theater Winterthur: Rund 180 Vorstellungen pro Jahr, gut 60'000 verkaufte Eintritte, im Schnitt ein halbvoller Saal pro Vorstellung.

Bis heute ist das Theater Teil der Winterthurer Stadtverwaltung. Das Parlament, der Grosse Gemeinderat, hat nun mit grossem Mehr eine Motion von FDP, GLP und SVP überwiesen, welche das Haus selbstständig machen und einer gemeinnützigen Trägerschaft unterstellen will. Ein kleiner Schritt in Richtung Privatisierung: Das Theater soll in eine gemeinnützige AG umgewandelt werden. Ähnlich wie etwa das Opernhaus oder das Schauspielhaus in Zürich. Das biete diverse Vorteile, sagt FDP-Politiker Christoph Magnusson: «Eine eigenständige Trägerschaft kann den Betrieb viel flexibler gestalten, die Entscheidungswege werden kürzer, und es sollte einfacher werden, Sponsorengelder zu generieren.»

Eine grosse Mehrheit schloss sich dieser Meinung an. Nicht nur bürgerliche Politiker, auch viele Linke waren für die Umwandlung in eine AG. Dies vor allem deshalb, weil weiterhin ein staatlicher Kulturauftrag für das Theater gilt und Subventionsgelder fliessen.

Abreissen oder neu bauen?

Eine andere wichtige Frage zur Zukunft des Theaters bleibt vorerst offen: Soll das 1979 eröffnete Haus umfassend saniert oder abgerissen und neu gebaut werden? Private Initianten haben bereits die Idee eines Neubaus für Theater, Kongresse und Wohnungen ins Spiel gebracht. Doch diese Idee ist umstritten. Das Parlament vermied es am Montagabend, darüber zu debattieren. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Kanton zuerst abklären soll, ob das Theatergebäude schützenswert ist oder nicht.