Zürcher Fussballklubs wollen den Fünfer und s'Weggli

Der zukünftige Investor des neuen Fussballstadions auf dem Hardturm-Areal soll nicht nur das Stadion bauen, sondern FCZ und GC auch noch einen jährlichen Zuschuss an die Betriebskosten von 1,5 Mio. Franken bezahlen. Die Fussballclubs sprechen von einem «Geben und Nehmen».

Grasshoppers-Fans fordern mit Transparenten ein neues Hardturm-Stadion

Bildlegende: Nicht nur die Fans wissen genau, was sie wollen. Auch die Klubverantwortlichen haben konkrete Vorstellungen zum Stadion Keystone

Wer sich als Investor für den Bau des neuen Fussballstadions auf dem Hardturm-Areal interessiert, erhält dicke Post: Angehängt an die Wettbewerbsbestimmungen der Stadt erscheint ein Papier mit Forderungen der Clubs, dies zeigen Recherchen des «Tages-Anzeigers».

Die pikanteste Forderung: Bis das neue Stadion gebaut ist, erwarten die Klubs vom neuen Investor je einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 1,5 Millionen Franken. Hochgerechnet auf die fünf bis sechs Jahre, bis das Stadion fertig gebaut ist, läppern sich bis zu 18 Millionen Franken zusammen.

«Wir sind im selben Boot»

Die Begründung der Klubs ist simpel: Abgesehen davon, dass es finanziell schlecht um sie stehe, würde es ohne sie dieses Stadion gar nicht geben. «Beide Parteien sind im selben Boot», erklärt Patrick Lienhard, Sprecher beim FC Zürich, die Forderung. «Ohne Investor gibt es kein Stadion, und ohne die Vereine ist das Immobilienprojekt nicht realisierbar.» Bis jetzt hätten aber noch keine Gespräche mit möglichen Investoren stattgefunden, räumt Lienhard ein. Nichtsdestotrotz wollen die Klubs nicht von ihrer Forderung abrücken.

Bei den Forderungen der Klubs handle es sich um Wünsche, sagt hingegen Patrick Pons, Sprecher des Hochbaudepartements der Stadt Zürich, nicht um zwingende Bedingungen. «Am Schluss müssen die Klubs zusammen mit den Investoren schauen, wie sie damit umgehen», sagt Pons dazu.

Der Investorenwettbewerb für das Stadion und ein Immobilienprojekt mit Wohnungen auf dem Hardturm-Areal läuft noch bis am 6. November. Wie viele Interessenten es bis jetzt gibt, und ob sich jemand den Forderungen der Klubs beugen will, ist nicht bekannt.