20 Kilogramm Schweizer Plutonium in die USA überführt

Plutonium, das dem Bund gehört, ist in die Vereinigten Staaten transportiert worden. Das radioaktive und giftige Schwermetall war seit den 1960er-Jahren auf dem Areal des heutigen Paul-Scherrer-Instituts im aargauischen Villigen gelagert worden.

Fässer und Behälter mit schwach radioaktiven Abfällen im EIR

Bildlegende: Schweizer Wissenschaftler betrieben am Institut für Reaktorforschung Forschung mit leicht radioaktivem Material. Keystone

Der Transport des Plutoniums fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Der Besitzer des hochgiftigen Schwermetalls ist der Bund. Beim Transport im Januar und Februar wurden die nationalen und internationalen Vorschriften eingehalten. Das teilte das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) mit.

Das Plutonium stammte aus wiederaufbereiteten Brennstäben des Forschungsreaktors «Diorit». Dieser wurde von 1960 bis 1977 vom damaligen eidgenössischen Institut für Reaktorforschung (EIR) in Würenlingen (AG) betrieben. Die Schweizer Wirtschaft hatte den Traum, einen eigenen Atomreaktor entwickeln zu können. Der «Diorit» wurde ab dem Jahr 1995 zurückgebaut.

Geeignet für den Bau von Atombomben

Aus Brennstäben des «Diorit» war zwischen 1966 und 1973 in Belgien und Frankreich Plutonium gewonnen und in die Schweiz zurückgeschickt worden. Plutonium kann zum Bau von Atombomben eingesetzt werden.

Mann in Schutzanzug zeigt sich Politikern

Bildlegende: 1963: Bundesrat Hans-Peter Tschudi (m.) und alt Bundesrat Hans Streuli (r.) lassen sich einen Schutzanzug vorführen. Keystone

Der Bundesrat beschloss 2014 im Rahmen des sogenannten «Nuclear Security Summit»-Prozesses, das Plutoniumlager aufzulösen. Die Schweiz wolle damit zur weltweiten Sicherung von Nuklearmaterial beitragen. Das US-Energieministerium bot der Schweiz an, das Material in den USA zu lagern.

Das Plutonium war seit Jahrzehnten auf dem Gelände des heutigen Paul-Scherrer-Instituts in Tresoren unter national und international geltenden Sicherheitsmassnahmen gelagert worden, wie der Bund festhält. Das Material sei permanent überwacht und mehrmals jährlich durch Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) inspiziert worden.