Abgewiesene Asylsuchende besetzen Lausanner Kirche

Sie wollen nicht zurück nach Eritrea und Äthiopien. Die Kirche ist die letzte Hoffnung der sechs Asylsuchenden, die schon lange hätten aus der Schweiz ausreisen müssen.

Asylsuchende und ihre Helfer stehen auf der Treppe vor der Kirche Saint-Laurent in Lausanne.

Bildlegende: Diese jungen Leute kämpfen für ihre Zukunft. Sie wollen nicht ausreisen. Keystone

Seit Sonntagmorgen besetzt eine Gruppe abgewiesener Asylsuchender die Kirche Saint-Laurent im Stadtzentrum von Lausanne. Die sechs Flüchtlinge aus Eritrea und Äthiopien bitten die Kirche, ihnen Schutz zu bieten. Seit Monaten müssten sie sich verstecken, weil sie einen negativen Asylentscheid bekommen hätten.

Fünf Männer und eine Frau besetzen die Kirche. «Matratzen wurden mitgebracht. Mehrere Personen werden dort die kommende Nacht verbringen», sagte Vincent Trunde von der Aktivistengruppe Kollektiv R.

«Kranke nicht wie Sperrmüll behandeln»

Die Gruppe habe noch nicht direkt mit der Pfarrei diskutieren können. «Aber seit mehr als einem Jahr versuchen wir, mit den Kirchen einen Ort der Zuflucht für die Asylsuchenden zu finden», sagte Trunde.

Sein Kollektiv fordert von den Migrationsbehörden ein Rückschaffungsstopp von abgewiesenen Asylsuchenden nach Italien. «Wir müssen damit aufhören, traumatisierte oder kranke Männer, Frauen und Kinder auszuschaffen und sie wie Sperrmüll zu behandeln», schreiben die Aktivisten.