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Einheitskasse Gesundheitsmonitor: Gute Chancen für Einheitskasse

Die Hoffnung auf tiefere Prämien gibt der alten Forderung nach einer Einheitskrankenkasse neuen Schwung. Zu diesem Schluss kommt der GFS-Gesundheitsmonitor 2013 im Auftrag von Interpharma.

Trägerverein reicht Unterschriften zur Initiative «Für eine öffentliche Krankenkasse» ein.
Legende: Die Initiative «Für eine öffentliche Krankenkasse», eingereicht am 23. Mai 2012 mit über 115.000 Unterschriften. Keystone

Seit längerem ist ein heftiges Ringen um die Einheitskasse im Gang: Der Bundesrat will der SP-Initiative einen Gegenvorschlag entgegenstellen – das Parlament will davon nichts wissen. Nun zeigt eine neue Umfrage des Forschungsinstituts GFS: Im Moment hätte die Einheitskasse beim Volk eine Chance. Am besten zieht dabei die Hoffnung auf tiefere Prämien.

Mobilisierung noch schwach

Der Anteil der Stimmberechtigten, die sicher zur Urne gehen wollen, liegt gemäss Umfrage zurzeit unter einem Drittel. Das Begehren kann damit die Bevölkerung noch wenig mobilisieren. Ein weiteres Drittel will sich tendenziell an der Abstimmung beteiligen.

Unter den Abstimmungswilligen sind die Befürworter einer Einheitskasse aber deutlich in der Mehrheit. Der Zustimmungswert liegt bei 65 Prozent. Nur 28 Prozent würden ein Nein einlegen. Die Befürworter seien gegenwärtig besser mobilisiert, heisst es folglich im Gesundheitsmonitor.

Unter den Befragten, die an der Abstimmung teilnehmen wollen, bleibt eine deutliche Polarisierung bis jetzt aus. Zwar gebe es Unterschiede in den Stimmabsichten zwischen links und rechts, schreibt GFS. Die Mehrheit sei in beiden Lagern auf der Ja-Seite.

Veränderung wird erwartet

Es sei damit zu rechnen, dass sich die verhärtete Situation im Parlament auf die Meinungsbildung der Stimmberechtigten auswirken werde. Konkret rechnet das Forschungsinstitut mit einem Rückgang der Ja-Stimmen in bürgerlichen Wählerschichten. Auch geht es davon aus, dass auf der linken Seite Unschlüssige noch zu Befürworterinnen und Befürwortern werden.

Gute Gründe auf beiden Seiten

Was die Argumente angeht, konstatiert GFS, dass die Seite der Befürworter auf die allgemeine Unzufriedenheit mit den Krankenkassen und den Kosten anspielen kann. Auch die Intransparenz der Informationen der Krankenversicherer könne zum Thema werden. Die Vorlage könne zudem als Schutz der Bevölkerung vor Wirtschaftsinteressen dargestellt werden.

Die Gegner der Initiative haben ebenfalls Argumente: Sie können laut GFS auf Konstanz setzen, denn die Grundversicherung gilt als bewährtes System. Es wird auch befürchtet, bei einer Einheitskasse werde der Service abgebaut.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Hueber, Basel
    Die Einheitskasse ist nur gut wenn die Kopfprämie verschwindet und sie wie in ganz Europa Lohnabhängig ist also Lohnprozente. Auch ändert sich nichts an der Praxis, dass wir immer zuerst die Rechnungen bezahlen müssen und dann noch bei der Kasse Rückfordern müssen ist in der EU/EFTA auch besser geregelt. Auch gibt es ein riesen Aufwand GV bei der Einheitskasse und Zusätze bei einer Privaten Kasse bei der Abrechnung. Bei der Einheitskasse diktiert dann der Bund die Prämien wie er will.
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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Ich hoffe nicht, dass das Schweizervolk sich von einer Einheitskasse täuschen lässt. Das würde wieder ein Staats-Moloch bedeuten, welcher nicht steuerbar und immer jahrzehnte hinter der Entwicklung herhinken würde. Unsere Kassen sind besser, da man immer wieder Anpassungen machen kann. Kosten tun nicht die Kassen sondern all die Leute, welche nicht einmal Beiträge bezahlen und die Spitäler, welche immer die teuersten Geräte haben wollen.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Das Volk ist im Bereich Gesundheitswesen schon genug getäuscht worden. Eine Einheitskasse würde zumindest den administrativen Aufwand mindern und die Werbekosten würden wegfallen. Kosten tun nicht die Wenigen, die mit den Prämien in Verzug sind und auch nicht teure Geräte fallen ins Gewicht. Die Subventionierung der Spitäler müsste abgeschafft werden. Es dürfen nur noch die ärmeren Bevölkerungsschichten subventioniert werden.
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  • Kommentar von J. Nehru, Solothurn
    Ich wette, wäre bei Managed-Care besser aufgeklährt worden, hätte die Vorlage auch eine Mehrheit bekommen. Tatsächlich wurde aber enorm schlecht kommuniziert, nichtmal die Arena konnte weiterhelfen. Dafür wahren viel zu viele «tatsächlich unware!» Behauptungen/Argumente im Raum, die auch bei mir einge gewisse Angst auslöste (zu Unrecht). Nun gut, diese Abstimmung ist durch und mein verzögertes JA hat auch nichts bewirkt. Sei es darum: Nun ist halt die Parole «Einheitskasse». ..
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    1. Antwort von M. Keller, Thurgau
      Managed Care wär Chancenlos gewesen: doppelter bis dreifacher Selbstbehalt, gleichhohe Prämie, keine freie Wahl des MC-Arztes (viel Spass wenns im Dorf nur einen Arzt hat, der sich bei ihnen schonmal einen krassen Fehler erlaubt hat)... Das mit der besseren Aufklärung wär bei der ersten EK-Abstimmung der Fall gewesen. Gegner sagten "Steuerprozente ZUSÄTZLICH zu Kopfprämie", die Befürworter stellten dies NIE richtig... Darum wurde die EK (wann war's? 05 od. 06?) damals abgelehnt
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