Neuer Schwung in der Freiburger Stadtregierung

Gleich drei der fünf Gemeinderäte wurden am Sonntag neu gewählt. SP (2 Sitze) und CSP (1 Sitz) halten auch weiterhin die Mehrheit, FDP und CVP konnten ihren Sitz verteidigen. Eine Überraschung sind die Gewählten.

In der Freiburger Stadtregierung – dem Gemeinderat – waren gleich drei von fünf Sitzen neu zu vergeben. Verschiebungen unter den Parteien gab es keine, die SP hält auch weiterhin zwei Sitze, CSP, FDP und CVP je einen.

Die Gewählten

Thierry Steiert, SP
6116 Stimmen
Andrea Burgener Woeffray, SP
5465 Stimmen
Pierre-Olivier Nobs, CSP
5435 Stimmen
Antoinette de Weck, FDP
2822 Stimmen
Laurent Dietrich, CVP
2293 Stimmen

Unter den Gewählten sind zwei Überraschungen: Laurent Dietrich und Andrea Burgener Woeffray. Dietrich, der neu für die CVP in die Stadtregierung einzieht, erzielte mehr Stimmen als CVP-Kantonalpräsident André Schoenenweid – exakt zehn Stimmen mehr.

Mehr Deutsch im Gemeinderat

Auch bei der SP gaben wenige Stimmen den Ausschlag: Andrea Burgener Woeffray holte 42 Stimmen mehr als Lise-Marie Graden. Die aktuelle Präsidentin des Stadtparlaments, Graden, war als Favoritin auf den zweiten SP-Sitz gehandelt worden. Mit Thierry Steiert und Andrea Burgener Woeffray sitzen künftig zwei Deutschsprachige im Freiburger Gemeinderat.

Die linke Mehrheit im Gemeinderat täuscht etwas über die knappen Mehrheitsverhältnisse in der Stadt Freiburg hinweg: Die Linke holte mit ihrer gemeinsamen Liste «nur» 50,3 Prozent der Stimmen. Sie profitierte aber davon, dass alle bürgerlichen Parteien mit einer eigenen Liste antraten.

Übrige Gemeinden: SVP, Levrat und Plasselb

In den meisten Gemeinden im Kanton Freiburg wurde am Sonntag gewählt. Dabei musste vor allem die CSP Federn lassen, die mindestens sieben Sitze verliert, unter anderem in Tafers, Schmitten oder Wünnewil-Flamatt. Die grosse Gewinnerin ist die SVP, die in vielen Gemeinden zulegen kann, darunter in Bulle, Kerzers oder Düdingen.

Erwähnenswert: Plasselb hat einen kompletten Gemeinderat. Die Gemeinde sorgte für Schlagzeilen, weil sie vor einem Jahr eine Fusion ablehnte, es dann aber nicht schaffte, bis zur Eingabefrist genügend Kandidaten für den Gemeinderat zu finden. Nachträglich meldeten sich dann doch noch weitere Kandidaten.

Ebenfalls gewählt ist Christian Levrat, der SP-Ständerat kandidierte in seiner Gemeinde Vuadens für das Gemeindeparlament. Allerdings belegte er unter allen Kandidaten nur den zweiten Platz: CVP-Generalrat Emmanuel Deforel holte 21 Stimmen mehr als Levrat.

Steiert wohl Syndic

Mit der linken Mehrheit im Rücken dürfte das Stadtpräsidium bei der SP bleiben: Kronfavorit Thierry Steiert hat gegenüber dem Regionaljournal klar sein Interesse signalisiert. Der Gemeinderat wählt seinen Präsidenten (Syndic) am 16. April.