Abstimmungen Kantonsspital und Psychiatrie werden keine Aktiengesellschaften

Zürcher Gesundheitsheitsdirektor Thomas Heiniger

Bildlegende: Diese Niederlage tut weh: Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger fährt mit seinen Spitalvorlagen eine Schlappe ein. Keystone

Das Kantonsspital Winterthur und die Integrierte Psychiatrie Winterthur - Zürcher Unterland werden nicht zu privaten Aktiengesellschaften, haben die Stimmberechtigten im Kanton Zürich entschieden. Der Nein-Anteil beim Kantonsspital liegt bei 53,5 Prozent. Bei der Integrierten Psychiatrie ist das Ergebnis knapper mit 51,2 Prozent Nein-Stimmen.

Umwandlung Kantonsspital Winterthur in AG Auf / Zuklappen

Kanton Zürich: Gesetz über die Kantonsspital Winterthur AG

JA-Stimmen absolut: (170'186 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (195'613 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 46.5%
NEIN-Stimmen relativ: 53.5%

IP Winterthur-Zürcher Unterland Auf / Zuklappen

Kanton Zürich: Gesetz über die Integrierte Psychiatrie Winterthur-Zürcher Unterland AG

JA-Stimmen absolut: (176'787 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (185'457 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 48.8%
NEIN-Stimmen relativ: 51.2%

Schlappe für Regierungsrat Thomas Heiniger

Das Ergebnis ist eine grosse Niederlage für den FDP-Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger. «Ich bin persönlich sehr enttäuscht. Ich hätte es den beiden Spitälern gegönnt, wenn sie in Zukuft mehr Handlungsspielraum erhalten hätten, sagt Heiniger am Sonntagnachmittag vor den Medien. Er verstehe deshalb auch deren Enttäuschung.

«  Ich hätte es den Spitälern gegönnt, wenn sie in Zukunft mehr Handlungsspielraum erhalten hätten.  »

Thomas Heiniger
Gesundheitsdirektor Kanton Zürich

Rolf Zehnder, Direktor des Kantonsspitals Winterthur, bemüht sich aber, das Positive aus dem Ergebnis zu ziehen. Das Ergebnis zeige auch, dass viele hinter dem Spital stünden. «Die meisten waren nicht grundsätzlich gegen mehr Handlungsspielraum für die Spitäler. Viele haben aber nicht goutiert, dass in Zukunft ein Teil der Aktien an Private gehen könnte», begründet Zehnder die Niederlage.

Andreas Daurù, SP-Kantonsrat aus Winterthur, hat sich in den letzten Wochen für ein Nein stark gemacht und ist nun sehr erfreut über das Ergebnis. Besonders schön seien die deutlichen Ergebnisse aus den Gemeinden rund um das Kantonsspital Winterthur. «Hier hat die direkte Betroffenheit auf jeden Fall eine grosse Rolle gespielt», sagt Daurù.

Um das ging es bei den Vorlagen

Bei den zwei kantonalen Spitalvorlagen ging es um die Verselbstständigung des Kantonsspitals Winterthur (KSW) und der Integrierten Psychiatrie
Winterthur – Zürcher Unterland (ipw). Beide Spitäler hätten in privatrechtliche Aktiengesellschaften umgewandelt werden sollen. Zur Abstimmung kamen die Vorlagen, weil Gewerkschaften und Linke gegen den Entscheid des Kantonsrates das Referendum ergriffen hatten.