Vignette kostet weiterhin 40 Franken

Keine Chance für die Verteuerung der Autobahnvignette: Eine Mehrheit spricht sich mit 60,5 Prozent überraschend gegen die Verteuerung von 40 auf 100 Franken aus. Auch alle Kantone haben die Vorlage abgelehnt.

Autobahnvignette Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Änderung des Bundesgesetzes über die Abgabe für die Benützung von Nationalstrassen

JA-Stimmen absolut: (1'087'350 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'662'755 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 39.5%
NEIN-Stimmen relativ: 60.5%
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 36.2% 63.8% 74585 131682
Appenzell Ausserrhoden 41.2% 58.8% 8601 12270
Appenzell Innerrhoden 46.6% 53.4% 2474 2840
Basel-Landschaft 40.9% 59.1% 39586 57272
Basel-Stadt 48.4% 51.6% 29842 31867
Bern 39.6% 60.4% 148874 227135
Freiburg 30.6% 69.4% 30628 69559
Genf 33.1% 66.9% 41294 83338
Glarus 48.2% 51.8% 5830 6272
Graubünden 45.1% 54.9% 30293 36815
Jura 37.5% 62.5% 12125 20224
Luzern 45.2% 54.8% 63620 77184
Neuenburg 49.4% 50.6% 30653 31410
Nidwalden 38.9% 61.1% 6813 10711
Obwalden 38.1% 61.9% 5554 9032
Schaffhausen 33.3% 66.7% 10816 21631
Schwyz 35.8% 64.2% 20285 36386
Solothurn 36.2% 63.8% 33693 59348
St. Gallen 40.5% 59.5% 65810 96835
Tessin 32.4% 67.6% 35298 73687
Thurgau 38.3% 61.7% 31334 50559
Uri 38.9% 61.1% 4931 7759
Waadt 36.5% 63.5% 81528 141961
Wallis 35.1% 64.9% 42112 77950
Zug 45.4% 54.6% 19922 23979
Zürich 44.3% 55.7% 210849 265049
Kanton wählen

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (1'087'350 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'662'755 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 39.5%
NEIN-Stimmen relativ: 60.5%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (1'087'350 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'662'755 Stimmen)
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1:12-Initiative Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Volksinitiative «1:12 - für gerechte Löhne»

JA-Stimmen absolut: (955'155 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'797'110 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 34.7%
NEIN-Stimmen relativ: 65.3%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 0
NEIN-Stimmen: 23
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 28.9% 71.1% 59747 147099
Appenzell Ausserrhoden 31.2% 68.8% 6532 14401
Appenzell Innerrhoden 27.9% 72.1% 1482 3830
Basel-Landschaft 31.5% 68.5% 30563 66404
Basel-Stadt 40.8% 59.2% 25555 37009
Bern 38% 62% 142888 233623
Freiburg 38.1% 61.9% 37943 61600
Genf 43.1% 56.9% 53625 70889
Glarus 33.5% 66.5% 4046 8021
Graubünden 30.9% 69.1% 20637 46246
Jura 47.8% 52.2% 15326 16748
Luzern 29.7% 70.3% 41917 99274
Neuenburg 44.5% 55.5% 27250 34013
Nidwalden 25.2% 74.8% 4396 13079
Obwalden 27.5% 72.5% 3997 10519
Schaffhausen 34.7% 65.3% 11336 21335
Schwyz 23.3% 76.7% 13201 43475
Solothurn 33.9% 66.1% 31474 61463
St. Gallen 31.8% 68.2% 51665 111013
Tessin 49% 51% 52862 54962
Thurgau 30.7% 69.3% 25044 56569
Uri 31.9% 68.1% 4037 8604
Waadt 37.1% 62.9% 82823 140388
Wallis 32.7% 67.3% 39140 80518
Zug 23% 77% 10134 34004
Zürich 32.8% 67.2% 157535 322024
Kanton wählen

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (955'155 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'797'110 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 34.7%
NEIN-Stimmen relativ: 65.3%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (955'155 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'797'110 Stimmen)
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Familieninitiative Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Volksinitiative «Familieninitiative: Steuerabzüge auch für Eltern, die ihre Kinder selber betreuen»

JA-Stimmen absolut: (1'139'743 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'604'476 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 41.5%
NEIN-Stimmen relativ: 58.5%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 2.5
NEIN-Stimmen: 20.5
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 43.5% 56.5% 89535 116334
Appenzell Ausserrhoden 43.9% 56.1% 9175 11733
Appenzell Innerrhoden 52.1% 47.9% 2764 2539
Basel-Landschaft 40.7% 59.3% 39268 57240
Basel-Stadt 34.3% 65.7% 21312 40902
Bern 43.2% 56.8% 162566 213317
Freiburg 40.6% 59.4% 40445 59243
Genf 33.8% 66.2% 41886 82102
Glarus 42.3% 57.7% 5100 6949
Graubünden 44.1% 55.9% 29454 37304
Jura 44.6% 55.4% 14236 17705
Luzern 45.1% 54.9% 63370 77265
Neuenburg 37.1% 62.9% 22782 38692
Nidwalden 43.6% 56.4% 7616 9844
Obwalden 45.3% 54.7% 6556 7922
Schaffhausen 46.7% 53.3% 15178 17289
Schwyz 51.2% 48.8% 28907 27554
Solothurn 41.8% 58.2% 38736 53989
St. Gallen 45.9% 54.1% 74572 87758
Tessin 46.8% 53.2% 50275 57221
Thurgau 48.3% 51.7% 39344 42030
Uri 50.7% 49.3% 6420 6231
Waadt 33.2% 66.8% 73852 148692
Wallis 42.4% 57.6% 50620 68791
Zug 43.9% 56.1% 19246 24643
Zürich 39% 61% 186528 291187
Kanton wählen

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (1'139'743 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'604'476 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 41.5%
NEIN-Stimmen relativ: 58.5%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (1'139'743 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'604'476 Stimmen)
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Alle Kantone und eine Mehrheit der Stimmbeteiligten sprechen sich gegen die 100-Franken-Vignette aus. Für den Preisaufschlag von 60 Franken waren nur 39,5 Prozent der Stimmbeteiligten. Auch alle Kantone haben der Vorlage eine Absage erteilt.

Video «Analyse von Claude Longchamp zum Nein zur teureren Vignette» abspielen

Analyse von Claude Longchamp zum Nein zur teureren Vignette

1:59 min, vom 24.11.2013

Die deutlichste Abfuhr kassierten Bundesrat und Parlament im Kanton Freiburg, wo die Vorlage mit 69,4 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt wurde. Nein-Stimmen-Anteile von mehr als 65 Prozent gab es auch im Tessin, in Genf und in Schaffhausen.

Am meisten Unterstützung erhielt die Vorlage in Neuenburg mit einem Ja-Anteil von 49,39 Prozent. Dahinter folgen Basel-Stadt mit 48,36 Prozent und Glarus mit 48,17 Prozent Ja. Glarus und Neuenburg hätten nach einem Ja davon profitiert, dass der Bund die Verantwortung von Umfahrungsprojekten übernommen hätte.

«Das Volksmehr hat klar gesprochen», sagt Claude Longchamp, Forschungsleiter beim Institut gfs.bern. Weil es sich um eine Vorlage der Behörden handle, wäre das Ständemehr nicht nötig gewesen.

«Ungeschickt und kontraproduktiv»

In Umfragen hatten sich die Stimmbeteiligten noch für die Preiserhöhung ausgesprochen. Woher kommt der plötzliche Wandel? «Vermutlich ist das Abstimmungsresultat in den letzten zwei Wochen nochmals kräftig beeinflusst worden und in eine Richtung gegangen», mutmasst Longchamp.

Für Aufruhr gesorgt habe, dass viele Bürger gefürchtet hatten, dass sie sowieso zur Kasse gebeten würden – ob mit oder ohne teurere Vignette, zum Beispiel über den Benzinpreis. «Das war sehr ungeschickt und kontraproduktiv und als Erpressung aufgefasst worden», so der Politikwissenschaftler. Dies habe auch potentielle Befürworter zur Haltung gebracht, dass es ja eigentlich nicht darauf ankomme und man demzufolge auch nein sagen könne.

Auch die Betroffenheit der vier Millionen Autofahrer im Land war laut Longchamp entscheidend: «Die wichtigsten Verbände der Autofahrer waren auf der Nein-Seite. Sie haben die Vorlage alle bekämpft, die eigentlich – dank Unterstützung von Bundesrätin Doris Leuthard – gut angfangen hatte.» Diese Ablehnung war je länger desto wirkungsvoller.

Autofahren könnte in der Schweiz nach dem Nein vom Wochenende aber dennoch teurer werden. Bereits im Februar steht mit dem Volksentscheid zur Fabi-Vorlage für die künftige Bahnfinanzierung der nächste verkehrspolitische Urnengang an. Sie betrifft wegen der Begrenzung des Steuerabzugs fürs Pendeln indirekt auch Autofahrer. Auch weitere Vorlagen zum Thema sind hängig.

Hohe Stimmbeteiligung

Die Stimmbeteiligung lag am Wochenende bei 53,6 Prozent. Das ist mehr als beispielsweise bei den Nationalratswahlen 2011. Seit drei Jahren sind nie mehr so viele Stimmberechtigte an die Urne gegangen. Die durchschnittliche Stimmbeteiligung liegt bei knapp 43 Prozent.