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Gripen Gripen-Nein: Thema Nummer 1 in Schweden

Die Schweiz will keine neuen Kampfflugzeuge und sagt Nein zum Kauf von 22 Gripen. Das Thema interessiert nicht nur in der Schweiz – auch in Schweden gibt es derzeit keine Online-Titel ohne das Kampfflugzeug. Grund: Gripen-Hersteller Saab kommt aus dem nordischen Land.

Legende: Video Die Reaktion aus Schweden abspielen. Laufzeit 0:51 Minuten.
Vom 18.05.2014.

In Schweden habe man überrascht reagiert, sei schwer enttäuscht und spürbar konsterniert. Dies sagt Skandinavien-Korrespondent Bruno Kaufmann in Stockholm. Die Schweiz habe man als Schlüsselland gesehen für die Weiterentwicklung der Kampfflugzeuge. Die Frage sei nun, ob die Gripen für die anderen Länder, die interessiert sind, finanziert werden können.

Auch wirtschaftlich habe das Nein aus der Schweiz Auswirkungen, sagt Kaufmann. Direkt gefährdet seien bis zu 1000 Arbeitsplätze.

Gripen-Hersteller Saab will das Nein aus der Schweiz nicht bewerten. «Wir respektieren den politischen Prozess in der Schweiz und kommentieren den heutigen Volksentscheid nicht», teilte Saab mit. Das Unternehmen will das Gripen-E-Programm unverändert fortführen.

Prozess wird sofort gestoppt

Stellung genommen hat inzwischen die schwedische Verteidigungsministerin Karin Engström. «Es ist bedauerlich, wir haben seit 2011 mit der Schweiz zusammengearbeitet, um die Entwicklung der nächste Generation Gripen voranzutreiben.» Sie sei enttäuscht, weil Bund und Parlament dem Gripen-Kauf zugestimmt hätten und die Vorlage jetzt am Volk gescheitert sei.

Natürlich respektiere sie den Entscheid der Schweiz, so Karin Engström. Doch man müsse die Kapazität ausbauen. Der Gripen sei das beste Flugzeug im Kosten-Nutzen-Verhältnis. «Wir müssen jetzt einen Weg finden.»

Ab 2018 ist die Auslieferung von 60 Gripen-Kampfflugzeugen nach Schweden vorgesehen. Zudem liefen die Verhandlungen mit Brasilien über die Lieferung von 36 Kampfjets weiter, heisst es in der Mitteilung. Aufgrund der heutigen Entscheidung werde der Schweizer Beschaffungsprozess aber sofort gestoppt.

15 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Kuster, Zug
    Ich war nur gegen den Gripen. Ohne die CH steht Saab vor dem aus, wir hätten also jahrelang Saab mit unseren Steuergeldern am Leben erhalten sollen. Für einen Flieger von einer Firma, die die Entwicklungskosten selber tragen kann und deren Flieger auch in anderen Ländern eingesetzt werden, hätte ich ja gestimmt. Es gibt im Kampflugzeugmarkt Ueberkapazitäten und ich befürchte, dass Frankreich mit dem Rafaele und Schweden mit dem Gripen vor dem aus stehen.
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    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Es gibt m.E. beim Kampfflugzeugmarkt zur Zeit keine Überkapazität, da sehr viele F-5 und F-16 ersetzt werden müssten. Viel eher hat sich die Luftfahrindustrie zusammen mit der gegenwärtigen Wirtschaftskultur in eine Richtung entwickelt, in der die meisten angebotenen Jet für die Kunden schlicht zu teuer sind.
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  • Kommentar von Pedro Berg, Bern
    1. Falscher Typ Kampfjet. 2. Viel zu teuer. 3. Anderer Typ sooofooort! (Damit nicht nur während den Bürozeiten Luftpolizeiliche Aufgaben erfüllt werden können).
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    1. Antwort von M. Keller, Thurgau
      1. besser passte kein Typ auf die Anforderungen 2. Günstiger geht nicht mehr, Rafale & Eurofighter waren viel teurer 3. auch gegen jenen werden, wenn sie die Elefantenrunde gesehen haben, SP und GSoA das Referendum ergreifen... 4. Bürozeiten: das wär mit dem Gripen ja vorbei gewesen, da damit eine 24h-Bereitschaft hätte hergestellt werden können... Steht im Abstimmungsbuechli, aber das liest ja heute leider keiner mehr, sonst müsste man noch im Sinne der SVP entscheiden, gell...
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    2. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Pedro Berg, ihr Kommentar ist m.E. unterhaltsam. Bitte nennen sie hier auch ein Kampfjet-Typ, der von ihnen aus gesehen der richtige ist und nicht so teuer ist. Südkoreas T-50 kommen aus neutralitätspolitischen Gründen zu Nordkorea nicht in Frage.
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  • Kommentar von Walo Tenner, Affoltern am Albis
    @Hans Knecht: Ich hatte eigentlich gehofft, dass wir die bis vor einigen Jahren in der Schweiz grassierende Entschuldigungsmanie überwunden haben, aber offenbar Fehlanzeige. Abgesehen davon; Entschuldigen können Sie sich gar nicht, Sie können höchstens um Entschuldigung bitten.
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    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Walo Tenner, für ein freches respektloses Verhalten tut man sich nun mal einfach entschuldigen. Dies ist m.E. ganz einfach eine Frage des Anstandes. Des weiteren kann eine Entschuldigung auch deeskalierend wirken. Oder leben wir heute in einer Gesellschaft wo man geren Konflikte schürt und eskaliert? Dann wäre somit der Entscheid vom Sonntag eine Fehlentscheidung.
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